UN besorgt über Hunderte Rohingya auf Booten im Golf von Bengalen

Genf (epd). Schätzungsweise 500 Rohingya säßen auf hoher See fest und bekämen keine Erlaubnis, an Land zu gehen, warnte IOM-Generaldirektor António Vitorino am Donnerstag in Genf. Er rief zu einer koordinierten internationalen Rettungsaktion auf, um die Menschen in Sicherheit zu bringen.

Im April sei bereits der Tod von mehreren Dutzend Rohingya-Flüchtlingen gemeldet worden. Sie hätten versucht, mit einem Schlepperboot Malaysia zu erreichen. Die Rohingya hatten die überfüllten und von Covid-19 bedrohten Flüchtlingslager in Bangladesch verlassen.

UN warnen vor möglichen Kriegsverbrechen im Nordosten Kongos

Genf, Kinshasa (epd). Zwischen Oktober und April seien in der Provinz Ituri mindestens 296 Menschen getötet, 151 verwundet und 38 vergewaltigt worden, berichtete das gemeinsame Büro der UN-Mission Monusco sowie des Hochkommissariats für Menschenrechte in einer am Donnerstag per Twitter verbreiteten Erklärung. Für die meisten Taten würden Kämpfer der Rebellengruppe Codeco, einer ethnischen Miliz der Lendu, verantwortlich gemacht.

Tunesierin wegen Facebook-Foto vor Gericht

Tunis (epd). Die 27-jährige Emna Chargui muss sich seit Donnerstag in der Hauptstadt Tunis vor der Justiz verantworten. Ihr wird ein Verstoß gegen das tunesische Presserecht vorgeworfen, indem sie zu "Hass zwischen den Religionen" und zu Diskriminierung aufgerufen habe, sagte ihre Anwältin Ines Trabelsi dem Evangelischen Pressedienst (epd). Chargui hatte Anfang Mai auf ihrem Profil ein Foto einer "Corona-Sure" geteilt, eine Persiflage einer Koran-Sure, welche die Pandemie thematisiert.

Amnesty: Nigerias Militär inhaftiert und foltert Tausende Kinder

Genf, Abuja (epd). Die Opfer seien Minderjährige, die von der Terrororganisation Boko Haram verschleppt und dann als "Ehefrauen" missbraucht oder zum Kampf gezwungen worden seien, heißt es in einem am Mittwoch von Amnesty International in Berlin veröffentlichten Bericht. Damit vergrößere das Militär das Leid von Familien und Kindern weiter, anstatt die Bevölkerung vor den abscheulichen Taten von Boko Haram zu schützen, erklärte die Afrika-Expertin der Organisation, Franziska Ulm-Düsterhoft.

Philippinen: Menschenrechtler alarmiert über Lage der Kinder

Frankfurt a.M., Manila (epd). Dabei seien die psychischen und sozialen Auswirkungen besonders schwerwiegend, warnte Human Rights Watch am Mittwoch. Sie seien entweder selbst Zielscheibe oder hätten miterleben müssen, wie ein Elternteil oder eine Bezugsperson ermordet worden sei. Viele Kinder seien traumatisiert. Dazu komme oftmals wirtschaftliche Not, wenn das Einkommen des getöteten Familienmitglieds fehle.

Institut: Weniger Soldaten bei insgesamt mehr Friedenseinsätzen

Frankfurt a.M., Stockholm (epd). Zugleich sei dabei weniger Personal im Einsatz gewesen, teilte das Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri am Mittwoch mit. 137.781 Militärs, Polizisten und Zivilisten hätten sich auf 61 Missionen verteilt. Das sei etwa 4,8 Prozent weniger Personal für eine Mission mehr gewesen. Tödlichster Einsatzort für Blauhelm-Missionen blieb das westafrikanische Mali.  

Zahl der Frauenmorde in Mexiko erreicht in Corona-Krise Höchststand

Frankfurt a.M., Mexiko-Stadt (epd). 337 Frauen starben im April eines gewaltsamen Todes, wie das staatliche Amt für öffentliche Sicherheit am Dienstag (Ortszeit) mitteilte. Das sei die höchste Zahl in einem Monat seit Beginn der spezifischen Zählungen 2015. Im April wurden 70 der Fälle als Femizid eingestuft, also als Mord aufgrund des Geschlechts.

Costa Rica legalisiert gleichgeschlechtliche Ehe

Frankfurt a.M., San José (epd). "Unser Ziel ist es, alle Formen der Diskriminierung zu bekämpfen", sagte Präsident Carlos Alvarado zum Inkrafttreten des neuen Gesetzes. Die Feier zur Einführung der Homoehe und die Eheschließung der beiden Frauen fand wegen der Corona-Krise ohne Anwesenheit von Gästen statt, sondern virtuell, und wurde im staatlichen Fernsehen übertragen. Im Internet nahmen daran laut lokalen Medien etwa 15.000 Menschen teil sowie internationale Künstler und die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Michelle Bachelet.

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