19.03.2020

Der Zaun

Etwa ein Drittel der insgesamt 3144 Kilometer langen Grenze zwischen den USA und Mexiko ist mit einem Zaun gesichert. Bereits im Jahr 2008 – also lange vor Donald Trumps Mauerfantasien – begann das US-amerikanische Heimatschutzministerium mit dem Bau der Grenzanlage zur Abwehr von Migranten und Schmugglern. Die Anthropologen Miguel Díaz-Barriga und Margaret Dorsey haben erforscht, wie die Bewohner der Grenzorte auf US-amerikanischer Seite den Zaun wahrnehmen.

Miguel Díaz-Barriga und Margaret E. Dorsey: Fencing in Democracy: Border Walls, Necrocitizenship, and the Security State. Duke University Press, Durham/London 2020, 178 Seiten, 22 Euro
Viele hat danach der Zaun und die damit einhergehende Überwachung verunsichert. Zudem wirkten die Narrative, die mit dem Bau einhergingen – etwa die Abwehr von Kriminalität –, ausschließend auf die hispanische Bevölkerung. Dabei beschreiben die Autoren eine Gegenbewegung: Um die Zugehörigkeit zur US-amerikanischen Nation zu beweisen, verwiesen sie oftmals auf erbrachte Leistungen, etwa ihren Dienst bei der Armee.

Der Bau des Grenzzauns reiht sich den Autoren zufolge in die Aufrüstung von Grenzanlagen auf der ganzen Welt ein. Regierungen wollten in Zeiten der Globalisierung den Anschein von Souveränität erzeugen. Allgemeine Schlussfolgerungen lassen sich aus dem Buch nicht ziehen; zu empfehlen ist es Lesern, die sich für die Migrationspolitik der USA interessieren.

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