"Brot für die Welt" legt Jahresbilanz vor

(14.08.2013) „Brot für die Welt“ fordert, die Importe von sozial und ökologisch bedenklichen Futtermitteln zu verringern. Die Agrarpolitik dürfe der Entwicklungspolitik nicht widersprechen, betonte Vorstandsmitglied Claudia Warning mit Blick auf die anstehende Bundestagswahl.

Das evangelische Hilfswerk hat in Berlin seine erste gemeinsame Jahresbilanz nach der Fusion mit dem Evangelischen Entwicklungsdienst vorgelegt. Im vergangenen Jahr seien mehr als 2000 Entwicklungsprojekte in Afrika, Asien und Lateinamerika mit 234,6 Millionen Euro unterstützt worden, sagte Vorstandsmitglied Tilman Henke bei der Pressekonferenz. Mit dem Zusammenschluss stünden mehr Finanzierungs- und Förderinstrumente zur Verfügung.

Das evangelische Entwicklungswerk habe 2012 mehr als 55,2 Millionen Euro Spenden und Kollekten erhalten. Dies sei ein „sehr gutes Ergebnis“, betonte Henke. Hinzu kamen 51,05 Millionen Euro aus Mitteln der kirchlichen Entwicklungsarbeit sowie staatliche Zuschüsse in Höhe von 122,8 Millionen Euro, vor allem aus dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).

Henke fügte hinzu, 1379 Projekte in 90 Ländern seien im vergangenen Jahr neu bewilligt worden. Afrika ist mit 398 Vorhaben der regionale Schwerpunkt. Mit dem Zusammenschluss der beiden Werke sei auch die Zahl der Förderinstrumente gewachsen, unterstrich Finanzvorstand Henke. Neben finanzieller Förderung und Beratung werden Stipendien vergeben und Fachkräfte in Partnerorganisationen vermittelt.

Warning fordert bessere Abstimmung zwischen den Ressorts

Vorstandsmitglied Claudia Warning erklärte angesichts der bevorstehenden Wahl, sie erwarte von der neuen Bundesregierung, dass sie die „Fragen der globalen Zukunft“ wie Hunger, Klimawandel und Gerechtigkeit angehe. Diese Aufgaben könnten allerdings nicht von der  Entwicklungspolitik allein bewältigt werden. Hier seien eine ressortübergreifende Zusammenarbeit und vor allem eine bessere Abstimmung nötig.

Die Agrarpolitik dürfe der Entwicklungspolitik nicht widersprechen, betonte Warning. Die kleinbäuerliche Landwirtschaft, die die Mehrheit der Menschen ernähre, müsse gestärkt werden. Sozial und ökologisch bedenkliche Importe von Futtermitteln müssten reduziert werden, forderte sie.

Mit diesen Forderungen könnte sich künftig die Präsidentin von „Brot für die Welt“, Cornelia Füllkrug-Weitzel, auseinandersetzen müssen. Sie ist derzeit beurlaubt, weil sie im Kompetenzteam von SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück für Entwicklung und humanitäre Hilfe zuständig ist. Im Falle einer Regierungsbeteiligung der SPD könnte sie Dirk Niebel an der Spitze des BMZ nachfolgen.  (gka)
 

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