Korruption in Tansania

Im Uhuru-Stadion in Dar es Salaam war die Stimmung gut, obwohl die Feier zum Antritt des neuen Präsidenten bescheidener ausfiel als üblich.

Korruption in Tansania

Frag Magufuli!

Krankenhausbetten statt Staatsbankett: Tansanias neuer Präsident John Pombe Magufuli will die Staatsausgaben senken und Korruption bekämpfen. Das kommt gut an – auch in den sozialen Netzwerken.

John Pombe Magufuli ist erst seit einem Monat im Amt, doch er zeigt schon jetzt, dass es ihm ernst ist mit seinen Zielen. Er will gegen die hohe Korruption in den Behörden vorgehen und vor allem sparen. Unnötige Ausgaben sollen gesenkt oder direkt abgeschafft werden. Deshalb hat Magufuli entschieden, die Feiern zum heutigen Unabhängigkeitstag komplett ausfallen zu lassen. Es sei schändlich, so viel Geld auszugeben, wenn tausende Menschen an Cholera sterben, sagte er – und forderte die Menschen in Tansania auf, stattdessen Straßen zu fegen und ihre Höfe saubermachen.

Magufuli hatte die Präsidentenwahl am 25. Oktober mit rund 58 Prozent der Stimmen gewonnen und wurde Anfang November als fünfter Präsident in der Geschichte Tansanias vereidigt. Zuvor war er als Arbeitsminister und Minister für Bauwesen an der Regierung beteiligt. Weil er damals den Bau neuer Straßen mit großer Entschlossenheit vorangetrieben hatte, ist er seitdem auch als „Bulldozer“ bekannt.

Auch an anderen Stellen hat Magufuli bereits durchgegriffen. So sollen künftig nur noch der Präsident selbst, seine Stellvertreterin Samia Suluhu und der Premierminister Kassim Majaliwa bei Dienstreisen in der ersten Klasse fliegen. Außerdem hat er die Ausgaben für das Staatsbankett zur Parlamentseröffnung gesenkt und vom Ersparten neue Betten für die Muhimbili-Klinik in der tansanischen Hauptstadt Dar es Salaam kaufen lassen. Bei einem unangemeldeten Besuch hatte er dort Patienten auf dem Boden liegen sehen, der Klinikleiter wurde sofort entlassen. Und dem Finanzministerium hat er gleich am ersten Tag nach seinem Amtsantritt einen Überraschungsbesuch abgestattet – um zu kontrollieren, wie viele Plätze unbesetzt sind, die fehlenden Beamten abzumahnen und den Müßiggang in Behörden anzukreiden.

Die Internetgemeinde feiert den Präsidenten bereits jetzt für seinen konsequenten Kurs. Unter dem Hashtag #WhatWouldMagufuliDo posten Tausende auf Twitter ihre eigenen Ideen, Geld zu sparen – größtenteils mit ironischem Unterton.

„Eigentlich wollten wir ein Taxi nehmen, aber dann fragten wir uns: „Was würde Magufuli tun?“, schreibt dieser Nutzer.

Ein anderer hat sich nach kurzer Überlegung für trockenen Toast statt für teure Pizza entschieden:

In diesem Tweet schreibt ein User, statt direkt ein Smartphones mit guter Kamera zu kaufen, habe er sich zunächst gefragt, was Magufuli tun würde – heraus kam das:

Ob es Magufuli wirklich gelingt, erfolgreich gegen die hohe Korruption im Land vorzugehen, bleibt erstmal offen. Bisher genießt er zumindest großen Rückhalt in der Bevölkerung: Diese Menschen räumen am heutigen Unabhängigkeitstag auf, statt zu feiern – so, wie Magufuli es sich gewünscht hat.

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