Friedensarbeit
Friedensarbeit

Lesereise um die Welt

Wie sieht der Alltag von Friedensarbeitern aus? Der Zivile Friedensdienst (ZFD) liefert mit einem neuen Buch knappe und anschauliche Antworten.

Der Sammelband zeigt mit 14 Berichten aus der Praxis, wie sich die zivile Konfliktbearbeitung weltweit für gewaltfreies Handeln einsetzt: Friedensaktivisten in Bosnien-Herzegowina arbeiten mit ehemaligen Veteranen zusammen; Fachkräfte des Zivilen Friedensdienstes (ZFD) schützen Menschenrechtsverteidiger in Kolumbien, die sich für Opfer des Verschwindenlassens einsetzen, und in Burundi bringen lokale Friedenskomitees Täter und Opfer des Bürgerkriegs zusammen.

Doch es geht nicht nur darum, die großen Kriege und Konflikte aufzuarbeiten. Der ZFD hat auch die kleineren, alltäglichen Auseinandersetzungen im Blick. So führte der chaotische öffentliche Nahverkehr in der Stadt El Alto in Bolivien früher oft zu Gewalt und Streiks. Seit 2008 arbeitet dort der Friedensdienst EIRENE mit lokalen Partnern zusammen. Deren Gespräche mit Busfahrern, Stadtplanern und Beamten der Verkehrsbehörde führten schließlich zu einem neuen Gesetz, durch das sich die Lage entspannte.

Darüber hinaus befasst sich das Buch mit Traumabewältigung, Friedensjournalismus und Jugendarbeit. Einleitend erklärt der Geschäftsführer der KURVE Wustrow, Jochen Neumann, in einem Interview die Ziele und Aufgaben der Friedensarbeit, aber auch Unterschiede zu UN-Blauhelm-Missionen. Abschließend stellen die Herausgeber Handbücher und Studien zur zivilen Konfliktbearbeitung vor, zum Beispiel zur Aufarbeitung sexueller Gewalt an Männern und Frauen in Kambodscha während des Regimes der Roten Khmer.

Der ZFD engagiert sich weltweit in Projekten zur gewaltfreien Konfliktbearbeitung und vermittelt Fachkräfte, die ihre Partner vor Ort unterstützen. Seine Ziele sind dabei Krisenprävention, Gewaltminderung und langfristige Friedenssicherung. Der ZFD wird von neun friedens- und entwicklungspolitischen Organisationen getragen und vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) gefördert. Im Jahr 2015 betrug die Fördersumme rund 39 Millionen Euro, 2016 steigt der Betrag auf 42 Millionen Euro. (hap)

Konsortium Ziviler Friedensdienst (Hrsg.)
Ein Lesebuch des Zivilen Friedensdienstes
Berichte, Artikel und Dokumente 2014/2015
Konsortium Ziviler Friedensdienst, Bonn 2016, 68 Seiten

Das Buch kann hier heruntergeladen oder gegen eine Schutzgebühr von fünf Euro beim ZFD bestellt werden.

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