Bewegungsmelder

Elias Perabo ist Mitbegründer der Menschenrechtsorganisation „Adopt a Revolution“, die in Syrien zivilgesellschaftliche Initiativen unterstützt.

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"Wie stellt ihr euch den Frieden in Syrien vor?"

Wir fragen Menschen aus der Szene, was sie bewegt und was sie wütend macht. Dieses Mal: Elias Perabo von „Adopt a Revolution“.

Was macht Sie wütend, was treibt Sie an?

Ich erlebe, dass Menschen – wie in Syrien, aber natürlich auch in vielen anderen Regionen der Welt – für Freiheit und Gerechtigkeit auf die Straße gehen und bereit sind, ihr Leben für diese hohen Güter einzusetzen. Das treibt mich an, meinen Teil dazu beizutragen. Zumal das für uns in Europa so viel leichter möglich ist als für Menschen, die in Diktaturen und Kriegsgebieten leben. Dass wir eben diese Menschen, die sich auch für unsere humanistischen Werte einsetzen, immer wieder im Stich lassen, macht mich wütend.

Wen würden Sie mit dem alternativen Nobelpreis auszeichnen?
Die Menschenrechtsaktivisten, die noch immer in syrischen Gefängnissen sitzen. Es ist still um sie geworden, aber sie verdienen all unsere Aufmerksamkeit und unseren Respekt!

Mit wem würden Sie gerne einmal streiten?
Mit vielen Aktivisten der hiesigen Friedensbewegung –  und zwar darüber, wie sie sich den Frieden in Syrien vorstellen. Auch ich bin kein Befürworter militärischer Interventionen. Aber ich finde, man muss den Menschen, die von der Notwendigkeit militärischer Unterstützung sprechen, zu hören. Und sich bemühen nachzuvollziehen, wie sie zu ihrer Einschätzung kommen. Die Frage danach, was „Frieden für Syrien“ bedeuten könnte und was das Land braucht, wird viel zu selten behandelt.

Auf welches Projekt sind Sie besonders stolz, was ist Ihnen besonders gelungen?
Wenn es uns gelingt, die Stimmen der syrischen Aktivistinnen und Aktivisten in Deutschland hörbar zu machen, ist uns unsere Arbeit gut gelungen, und dann freue ich mich. Ich bin stolz darauf, dass wir nunmehr seit fast fünf Jahren in schriftlichem, telefonischem und manchmal auch persönlichem Austausch mit Menschen stehen, die sich für ein friedliches und demokratisches Syrien einsetzen, und sie unterstützen können.

Was ist schief gegangen und wieso?
Dass es nach Beginn des Aufstandes 2011 in Syrien zu einer der größten humanitären Katastrophen seit dem Zweiten Weltkrieg kommen würde, haben selbst wir nicht für möglich gehalten. Auch auf den großen Zustrom syrischer Aktivisten im letzten Jahr waren wir kaum vorbereitet. Das sind ja  Menschen, die in ihrer Heimat politisch sehr aktiv waren und jetzt nicht nur passiv abwarten möchten. Deshalb müssen wir ihnen Möglichkeiten schaffen, sich hier einzubringen.

Das Gespräch führte Barbara Erbe.

Kommentare

Elias Perabo deutet in Syrien hinein was er dort sehen möchte, nicht was dort ist.

ich finde, man muss den Menschen, die von der Notwendigkeit militärischer Unterstützung sprechen, zu hören.
https://www.facebook.com/ognofficial/videos/572730612926907/

Diese Leute sehen (im besten fall!) in der Realität SO aus und haben dann doch irgendwie so gar nichts mehr mit dem Bild des humanistischen syrischen Aktivisten zu tun das Herr Perabo nicht müde wird überall auf zu zeichnen.

Waffenembargo und internationaler Druck auf Regime und Rebellen... das wäre schon 2012 das Gebot gewesen und wurde auch so gefordert wurde aber uA auch von Führern aus dem freien und liberalen Westen verhindert, wie zB Hillary Clinton und ich kann nur jedem empfehlen, der sich für das Thema interessiert, mal das Forderungsprogramm mit Hillary Clinton mit dem von Adopt a Revolution zu vergleichen (zB zur "Flugverbotszone") um sich ein Bild über das Wesen solcher Forderungen zu machen.

http://www.huffingtonpost.com/jeffrey-sachs/hillary-clinton-and-the-s_b_...

Wenn ich in diesem blutigen Stellvertreterkrieg jemanden das Wort "Revolution" benutzen höre, dann weiß ich, das ich es mit jemandem zu tun habe der nicht in der Realität lebt.

Herr Perabo nach gut 5 Jahren Krieg gegen Syrien sind sie weiterhin Sprachrohr der Terrorkräfte die Syrien heimsuchen.
Die Tatsache, dass die Aggression, wie frei zugängliche Dokumente belegen, geplant war wird ignoriert...
Die mehrheitliche Unterdtützung der syrische Regierung spielt auch keine Rolle.

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