Acrocomia-Palmen
Forschung an der Acrocomia-­Palme: Wissenschaftler aus Deutschland, Brasilien und Paraguay untersuchen, welche Insekten als Bestäuber infrage kommen.
Acrocomia-Palmen

„Entscheidend ist, dass es einen Markt für die Früchte gibt“

Ob für Biodiesel, Kosmetik oder Lebensmittel – die wild wachsende Acrocomia-Palme aus Lateinamerika ist vielseitig verwendbar. Im Süden von Paraguay begleitet die Universität Hohenheim Kleinbauern, die diese Palme erstmals gezielt anbauen. Der ­Agrar­ökonom Johannes Mössinger erklärt, warum das manchmal nicht so einfach ist.

Die Acrocomia-Palme kennt hierzulande kaum jemand. Weshalb interessieren Sie sich dafür?
Wir müssen die vorhandene Biodiversität stärker nutzen, indem wir Pflanzen besser erforschen, die lokal vorkommen und gut angepasst zu sein scheinen – wie die Acrocomia. Im Gegensatz zur Ölpalme, die nur in den Tropen angebaut werden kann, wächst sie auch in den Subtropen und auf nährstoffärmeren Böden. Sie kann mit leichtem Frost umgehen und braucht weniger Niederschlag.

Wie kann man sie nutzen?
Man kann die Außenschale und das Fruchtfleisch der Früchte sowie die Nuss und deren Kernschale verwenden. So lässt sich aus Kern und Fruchtfleisch Öl gewinnen, das als Biodiesel, aber auch in der Lebensmittel- und Kosmetikindustrie verwendet werden kann. Die Nussschale kann als Brennmaterial und als Aktivkohle dienen. In Experimenten haben wir sie aber auch schon vermahlen und das Pulver in Sandstrahlern zur Holzbearbeitung genutzt. Andere Forscher haben Stoffe aus den Dornen der Palme extrahiert, die eventuell gegen Krebs helfen sollen.

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erschienen in Ausgabe 6 / 2018: Neu ist Kult

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