Omar al-Baschir
Sudans Präsident Omar al-Baschir – hier bei einer gemeinsamen Übung der Luftwaffe seines Landes mit der Saudi-Arabiens – sitzt dank den Sicherheitskräften noch recht fest im Sattel.
Omar al-Baschir

Härtetest für den Diktator

Die Protestbewegung gegen Sudans Staatspräsidenten Omar al-Baschir wächst. Frühere Volksaufstände zeigen: Sie könnten die Regierungen bedrohen.

Seit mehreren Wochen protestieren Bürger und Bürgerinnen des Sudans gegen die Herrschaft ihres Präsidenten Omar al-Baschir. Überall im Land gehen sie auf die Straßen und fordern ihn auf, nach 30 Jahren an der Macht zurückzutreten. Die jüngsten Proteste wurden durch eine starke Erhöhung der Brot- und Benzinpreise ausgelöst. Doch die Unzufriedenheit mit der Regierung brodelt seit Jahren. Noch weigert sich al-Baschir, sein Amt aufzugeben.

Das Ausmaß des gegenwärtigen Aufstandes erinnert an zwei vorangegangene Revolten, die am Ende zu Machtwechseln führten. Die erste im Jahr 1964 war getragen von Kämpfen zwischen Studierenden und der Polizei an der Universität von Khartum. Sie wuchsen zu einer breiten Protestbewegung, die schließlich die Militärherrschaft von Staatspräsident Ibrahim Abboud beendete. Die zweite Revolte brach nach Jahren wirtschaftlicher Unruhen 1985 aus. Der Frust der Bevölkerung über gestiegene Lebenshaltungskosten befeuerte eine Bewegung, die das Regime von Dschafar Muhammad an-Numairi in die Knie zwang.

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erschienen in Ausgabe 3 / 2019: Rassismus

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