Nachhaltigkeitspolitik
Im Juni 1980 blockieren Demonstranten die Zufahrt zum Salzstock bei Gorleben, den die Bundesregierung als Endlager für Atommüll nutzen will.  
Nachhaltigkeitspolitik

„Auch die Linke ist in ihrem Hauptstrom auf Wachstum fixiert“

Ein Rückblick auf drei Jahrzehnte Umwelt- und Nachhaltigkeitspolitik. Gespräch mit Reinhard Loske

Wie Deutschland zukunftsfähig werden kann, haben Studien schon vor Jahrzehnten ausbuchstabiert. Reinhard Loske hat daran mitgearbeitet. Wo sieht er die Wirkung dieser Denkanstöße und wieso stockt der sozial-ökologische Umbau?
Umweltministerin Svenja Schulze hat gerade ein überraschend weit gehendes Klimaschutzgesetz vorgeschlagen.

Hatten Sie ihr die alten Studien zum zukunftsfähigen Deutschland zugeschickt?
Nein. Aber was sie anstrebt, war tatsächlich schon damals unsere Forderung: Alle Sektoren brauchen verbindliche Klimaschutzziele. Dazu gibt es Ansätze in einigen Bundesländern, aber nach wie vor ist Klimaschutz bei uns weitgehend auf die Stromerzeugung beschränkt – bei Verkehr und Landwirtschaft geht es mit Volldampf weiter in die falsche Richtung. Dabei wissen wir: Um die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, muss bei uns in zwei Jahrzehnten alles vom Kopf auf die Füße gestellt werden und bis 2060 muss die Wirtschaft weltweit im Wesentlichen ohne fossile Brennstoffe auskommen. Gesellschaften brauchen für Anpassungen Zeit. Aber es wird immer mehr Zeit verspielt. Ich habe 1987 nach dem Studium bei einem Abgeordneten und Mitglied der Enquete-Kommission des Bundestages „Vorsorge zum Schutz der Erdatmosphäre“ angefangen, das ist über 30 Jahre her. Im Abschlussbericht der Enquete von 1990 steht im Grunde schon alles drin, was geschehen muss – auch wenn jetzt die Zahlen genauer klar sind.

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erschienen in Ausgabe 4 / 2019: Erde aus dem Gleichgewicht

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