Friedensmissionen
Blauhelme aus Burkina Faso auf Patrouille in Timbuktu 2018. Malis Nachbarland stellt die meisten Soldaten für diese UN-Mission.  
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Blechhelm trifft Blauhelm

In Mali müht sich eine UN-Mission, das Land zu stabilisieren. Das gelingt auch deshalb nicht, weil die Soldaten aus mehr als 50 Ländern keine einheitliche Truppe bilden.

Es war schon dunkel, als die deutschen Rettungshubschrauber in der zentralmalischen Stadt Gao alarmiert wurden. Eine Flugstunde nördlich war eine ägyptische Militärpatrouille der UN-Friedensmission Minusma (französisch: Mission multidimensionnelle intégrée des Nations Unies pour la stabilisation au Mali) auf einen Sprengsatz gefahren. Mehrere Soldaten waren schwer verletzt. Die Bundeswehr schickte zwei Helikopter mit Ärzten und Sanitätern an Bord sowie zwei Kampfhubschrauber, die aus der Luft die Bergung der Verwundeten bewachen sollten.

Als die Helikopter an der Anschlagsstelle eintrafen, standen die Piloten vor einem Problem. Die Nacht in der Wüste war tiefschwarz, sie konnten den Boden kaum sehen. Außerdem wirbelte der Hubschrauber bei der Landung Staub auf. Die deutschen Piloten waren darauf angewiesen, dass ihnen vom Boden aus geholfen wurde. Doch die ägyptischen Soldaten konnten das nicht leisten. Ihre Funkgeräte waren so veraltet, dass sie mit den Deutschen in den Cockpits nicht in Kontakt treten konnten. Die Piloten wagten dennoch die gefährliche Landung und brachten die vier Schwerverletzten ins UN-Lazarett in Gao.

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erschienen in Ausgabe 7 / 2019: Multilaterale Politik: Zank auf der Weltbühne

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