Saudi-Arabien
Die zentrale Moschee in Nouakchott, der Hauptstadt Mauretaniens. Das afrikanische Land gehört zu den am wenigsten entwickelten ­Ländern; den Bau der prächtigen Moschee hat Saudi-Arabien finanziert.  
Saudi-Arabien

Das Königshaus mit neuer Mission

In Saudi-Arabien ist der Wahhabismus Staatsreligion. Lange half der Staat, die strenge Form des sunnitischen Islam im Ausland zu verbreiten. Nun will er mehr Kontrolle über die Lehren und das Geld der Geistlichen.

Als sich dieses Jahr Muslime auf der ganzen Welt auf das Fasten im Monat Ramadan vorbereiteten, kündigte Saudi-Arabien an, 70 Imame als Vorbeter und Prediger in 35 Länder zu schicken. Laut saudischen Medien überwachte der saudische Minister für Islamische Angelegenheiten, Missionstätigkeit und Rechtweisung, Abdullatif Al-Sheikh, das Programm selbst. Es zielte offiziell darauf ab, für „die islamischen Werte der Mäßigung und Toleranz zu werben“ und „sämtlichen Spielarten von Extremismus und Terrorismus eine Absage zu erteilen“.

Diese Botschaft macht deutlich, welchen Charakter und welches Ziel die staatlich unterstützte Missionstätigkeit unter der Herrschaft von Mohammed bin Salman hat, der seit 2017 Kronprinz ist: Er hat versprochen, Extremismus zu bekämpfen und sein Land zu religiöser Mäßigung zurückzuführen. Zugleich wird die religiöse Missionstätigkeit zunehmend zentralisiert, wobei die saudische Regierung die Fäden fest in der Hand hält.

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erschienen in Ausgabe 9 / 2019: Mission und Macht

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