Personalia
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Wer, wo, was?

Eine neue Ökumenische Arbeitsstelle Anthropozän, ein Wechsel an der Spitze von UNAIDS: Unserer Personalmeldungen im Oktober.

Die promovierte Theologin Sarah Köhler leitet seit September die neu geschaffene „Ökumenische Arbeitsstelle Anthropozän“ in Heidelberg. Köhler soll herausarbeiten, welchen Beitrag Kirchen zum erforderlichen kulturellen Wandel hin zu einem sozial gerechten und ökologisch nachhaltigen Wirtschafts- und Gesellschaftssystem leisten können. Der Begriff Anthropozän steht für die gegenwärtige Erdepoche, in der der Mensch die Erde unumkehrbar verändert. Das enthalte auch die Möglichkeit, dass der Mensch seine Lebensgrundlagen zerstöre, sagt Köhler. Um das zu verhindern, sei eine „große Transformation“ nötig, und die Arbeitsstelle werde sich damit befassen, was Kirchen dazu beitragen können. Sie unterstützt den bundesweiten Ökumenischen Prozess „Umkehr zum Leben – den Wandel gestalten“.

So stelle sich etwa die Frage, wie das Verhältnis zwischen Mensch und Natur theologisch neu definiert werden und wie eine „Ethik des Genug“ aussehen kann. Köhler hat sich vorgenommen, solche Aufgaben nicht nur abstrakt zu bearbeiten, sondern in der Praxis nach Antworten zu suchen, etwa in sogenannten Reallaboren in Kirchengemeinden. Diese Verbindung von Theorie und Anwendung hat die Theologin an ihrer neuen Stelle gereizt. Köhler war davor als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Jena und als Pressesprecherin beim BUND Thüringen tätig.

Köhler sieht die Arbeitsstelle auch als Chance für die Kirche: „ Kirchen verfügen über einen Riesenschatz an Geschichten und Werten, die uns beim Umdenken unterstützen können.“ Die Arbeitsstelle hat ihren Sitz beim Verein „Werkstatt Ökonomie“ in Heidelberg, finanziert wird sie fast vollständig von Brot für die Welt.

Manfred Max-Neef gestorben

„Barfußökonom“, Theoretiker einer alternativen, nicht am Wachstum orientierten Wirtschaftswissenschaft, seit 1983 Träger des Right Livelihood Awards, des alternativen Nobelpreises – so kannte man den chilenischen…

UNAIDS

Winnie Byanyima, bislang Direktorin von Oxfam International, wird die neue Leiterin der UN-Organisation zur Bekämpfung von Aids. Die Uganderin und studierte Maschinenbauingenieurin hatte sich als einzige Frau gegen vier andere Kandidaten durchgesetzt. Sie folgt auf Michel Sidibé, der nach einem kritischen Bericht einer Untersuchungskommission zu seiner Amtsführung UNAIDS im Frühjahr verlassen hatte und jetzt Gesundheitsminister von Mali ist.  

Oikocredit

Matthias Lehnert, bis August Geschäftsführer des Deutschland-Büros der internationalen Mikrokreditgenossenschaft Oikocredit, ist zur Thomas-Morus-Akademie nach Bensberg gewechselt. Er ist dort zuständig für die Zusammenarbeit mit ehrenamtlich engagierten Christen im Erzbistum Köln. Lehnert war seit dem Jahr 2009 bei Oikocredit, seit August 2012 als Geschäftsführer. Seine Nachfolge hat kommissarisch Imke Schulte übernommen.

Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ)

Der hessische SPD-Politiker Thorsten Schäfer-Gümbel ist ab 1. Oktober neues Vorstandsmitglied bei der GIZ in Eschborn. Er folgt als Arbeitsdirektor auf Hans-Joachim Preuß, der bereits im Juli 2018 auf eigenen Wunsch aus dem Vorstand ausgeschieden war.

Brot für die Welt

Seit dem 1. September leitet Petra Berner die Kontinentalabteilungen des evangelischen Hilfswerks Brot für die Welt. Die 52-Jährige Historikerin und Geografin bringt langjährige Erfahrungen in der Entwicklungszusammenarbeit mit, davon mehr als 15 Jahre in leitender Funktion. Seit 2014 leitete sie den Bereich Strategie und Beratung der Deutschen Welle Akademie.

Neuer Direktor Finanzen im Evangelischen Werk für Diakonie und Entwicklung (EWDE), zu dem Brot für die Welt gehört, ist Torsten Müller. Der 57-Jährige Diplomkaufmann leitet bereits seit zwei Jahren die Abteilung Finanzen im EWDE.

Religions for Peace

Die in Ägypten geborene Religionswissenschaftlerin Azza Karam ist im August zur neuen Leiterin des interreligiösen Friedensnetzwerks Religions for Peace gewählt worden. Sie folgt auf den US-Amerikaner William Vendley, der seit 25 Jahren auf diesem Posten war. Karam ist Professorin für Religion und Entwicklung an der Vrije Universität in Amsterdam.

KfW Entwicklungsbank

Jan Martin Witte leitet seit August die neu geschaffene Abteilung Zentralafrika und Regionale Fonds im Bereich Afrika/Nahost. Er hat zuvor das KfW-Büro in Pretoria, Südafrika, geleitet. Im selben Bereich haben Johannes Feist und Alexandra Albin die Teamleitungen Finanzsystementwicklung I und II übernommen. Bettina Tewinkel leitet im Bereich Afrika/Nahost seit September das Länderteam Zentralafrika, Kristina Laarmann das Team Klima und Umwelt.

Caritas Österreich

Andreas Knapp ist ab Oktober neuer Leiter der Caritas in Österreich. Er folgt auf Christoph Schweifer. Knapp ist seit mehr als 20 Jahren in der humanitären Hilfe tätig, unter anderem in Uganda, Äthiopien und Nepal. Zuletzt hat Knapp die UNICEF-Wasserprogramme in Syrien geleitet.

erschienen in Ausgabe 10 / 2019: Ab in die Steueroase

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