Engagement im Inland
Bauern protestieren im Juni 2016 gegen niedrige Milchpreise. Ihr Anliegen hat auch mit Entwicklungspolitik zu tun, aber sie dafür als Verbündete zu gewinnen, ist gar nicht so leicht.  
Engagement im Inland

„Helft doch erst einmal uns“

Hilfswerke und Eine-Welt-Initiativen befassen sich zunehmend mit sozialen Missständen in Deutschland. Dazu müssen sie sich auf neue Milieus einlassen und Berührungsängste ablegen.

Die Kindernothilfe hat ihren Sitz in Duisburg im Ruhrgebiet. Von dort arbeitet die Hilfsorganisation in mehr als 600 Projekten rund um den Globus, vor allem in Afrika, Lateinamerika und Asien. Einer ihrer Projektpartner hingegen ist praktisch direkt um die Ecke: der Fußballverein VfL Bochum. Die Kindernothilfe (KNH) hat in diesem Jahr das neu gegründete Kinderschutzteam des Vereins geschult und bei der Erstellung eines Kinderschutzkonzepts beraten – eine Präventionsmaßnahme, um die Jungen und Mädchen, die beim VfL kicken, vor Missbrauch zu schützen.

Bis zum Jahr 2015 hatte die Kindernothilfe kein Mandat für solche Projekte in Deutschland. Doch dann kamen auch in Duisburg in kurzer Zeit viele Flüchtlinge an, viele minderjährig und ohne erwachsene Begleitung. Organisationen wie die Arbeiterwohlfahrt und das Deutsche Rote Kreuz wandten sich an die Kindernothilfe, ob sie ehren- und hauptamtliche Helferinnen und Helfer im Kinderschutz schulen könne. Die Duisburger seien dafür prädestiniert, hieß es, wegen ihrer großen Expertise und weil sie aus ihrer Auslandsarbeit die für den Umgang mit Flüchtlingen so wichtige interkulturelle Kompetenz mitbrächten.

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erschienen in Ausgabe 12 / 2019: Armut: Es fehlt nicht nur am Geld

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