Heft 12 / 2019Zum Archiv 2019
Armut: Es fehlt nicht nur am Geld
Eine Welt ohne Elend scheint erreichbar: Der globale Anteil der extrem armen Menschen ist stark gesunken. Doch was besagen und verschleiern diese Zahlen? Was hält Menschen arm und wo finden sie Aufstiegschancen – wie in Bangladesch in der Textilindustrie? Und kümmern Reiche in Indien sich um Abgehängte im eigenen Land?
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Armut

Heftschwerpunkt

Bangladesch Aufstieg mit der Nähmaschine
Trotz aller Missstände hat die Textilindustrie in Bangladesch vor allem Frauen zu Einkommen verholfen. Nach dem Einsturz der Rana Plaza-Fabrik im April 2013 hat sich auch die Sicherheit am Arbeitsplatz verbessert.
Segregation in Lima Die Mauer zwischen Arm und Reich
In Lateinamerikas Städten schotten Wohlhabende sich von den Armen ab – sei es in Rio de Janeiro, Caracas, Bogotá oder Buenos Aires. Die Mauer quer durch Perus Hauptstadt Lima ist zum Sinnbild dieser sozialen Segregation geworden.
Frauenarmut Gleichberechtigung würde helfen
Die Armut von Frauen ist in vielen Regionen der Welt zurückgegangen, weil mehr von ihnen arbeiten gehen und ein Einkommen haben. Doch patriarchalische Gesellschaftsstrukturen und soziale Ungleichheit bedingen noch immer ein höheres Armutsrisiko für Frauen und Mädchen.
Armutsforschung Nobelpreis für kaum überraschende Erkenntnisse
Esther Duflo, Abhijit Banerjee und Michael Kremer haben den Wirtschafts­nobelpreis für ihre Arbeit in der Armutsforschung bekommen. Doch der Sinn und die Aussagekraft der von ihnen entwickelten Feldstudien ist zweifelhaft.
Spendenbereitschaft in Indien Superreich und geizig
Inder spenden gern für wohltätige Zwecke – aber je mehr Geld sie haben, desto weniger geben sie. Auch die Kampagne der Regierung gegen die Zivilgesellschaft schreckt Spender ab.
Ruanda Tricksen bei der Armutsquote
Ruanda gibt sich als Vorbild für wirksame Armutsbekämpfung. Kritiker sagen, das Regime fälsche dazu die Statistiken. Stimmt das? Und wie reagieren Geberländer?
Armutgrenze Von Zahlen und Menschen
Extreme Armut trifft einen immer kleineren Teil der Menschheit – so zeigen es Statistiken von Ökonomen. Doch es wird heiß debattiert, was sie bedeuten und was sie verschleiern.
Mosambik „Die Ärmsten sind von ihrer engsten Familie abhängig“
Für Betroffene in Mosambik ist Armut nicht zuletzt eine Frage der sozialen Vernetzung, meint Edward Jones.
Engagement im Inland „Helft doch erst einmal uns“
Hilfswerke und Eine-Welt-Initiativen befassen sich zunehmend mit sozialen Missständen in Deutschland. Dazu müssen sie sich auf neue Milieus einlassen und Berührungsängste ablegen.
Reichtum „Man kann Vermögen wirksam besteuern“
Eine Ökonomin erklärt, warum und wie man dem Reichtum Grenzen setzen sollte.

Welt-Blicke

Jordanien Aufbruch im Silicon Wadi
In der jordanischen Hauptstadt Amman blühen digitale Start-ups. Die hohe Arbeits-losigkeit lindert das kaum. Doch junge Leute bringen damit neue Ideen in Jordaniens Geschäftswelt.
Mexiko Erst willkommen, jetzt abgeschoben
Sogar das Militär soll helfen: Mexikos Regierung will Migranten fernhalten, die aus Mittelamerika in die USA wollen. Das liegt vor allem am politischen Druck aus dem Weißen Haus.
Kakao-Anbau Nachhaltig in die Sackgasse
Schokoladenkonzerne unterstützen in Westafrika den nachhaltigen Anbau von Kakao. Den Bauernfamilien, die sich darauf einlassen, schadet das eher.
Vereinte Nationen Planloser Westen, listiges China
Intrigen, diplomatische Sticheleien und Fotos aus der Wahlkabine: Warum die USA nicht verhindern konnten, dass der Chinese Qu Dongyu zum Chef der UN-Landwirtschaftsorganisation FAO gewählt wurde.
Proteste im Libanon „Wir schreiben gerade Geschichte neu“
Seit Wochen gehen im Libanon Menschen auf die Straße und fordern einen Neuanfang für ihr Land. Vor allem die jungen Leute haben genug von den alten Politikern, die sich lieber selbst bereichern als etwas für die Allgemeinheit zu tun. Ein Bericht aus dem Herzen der Proteste.

Standpunkte

Herausgeberkolumne Kinderrechte gehören ins Grundgesetz
Deutschland sollte den Stellenwert von Kinderrechten erhöhen, meint Katrin Weidemann.
Europa Mehr Militär bringt nicht mehr Sicherheit
Europa will Frieden schaffen? Dann muss es sich darauf vorbereiten, meint Tillmann Elliesen.
Humanitäre Hilfe Panikmache mit Flüchtlingszahlen
Das Gerede von einem „beispiellosen Ausmaß“ der Flüchtlingskrise ist falsch und gefährlich, meint Benjamin Thomas White.
Lithiumabbau in Bolivien „Die Anwohner wollen profitieren“
Janine Romero erklärt, warum ein deutsch-bolivianisches Projekt zum Lithiumabbau gestoppt wurde.

Journal

#FossilFreePolitics „Eine populistische Kampagne“
Der EU-Abgeordnete Sven Giegold will konventionelle Energieunternehmen nicht aus der Politik ausschließen.
Entwicklungsfinanzierung Eine neue europäische Entwicklungsbank?
Die europäische Entwicklungsfinanzierung sollte grundlegend geändert werden, heißt es im Bericht einer „Gruppe von Weisen“. Im Mittelpunkt stehen die Europäische Investitionsbank und die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung.
Kultur als Mittel der Entwicklungspolitik Es geht nicht um Goethe oder Shakespeare
Theater, Bücher und Musik: Kultur ist erklärtermaßen Teil der europäischen Entwicklungszusammenarbeit. Ihr wird nicht nur zugetraut, die Wirtschaft zu fördern, sondern beispielsweise auch zu den Menschenrechten beizutragen.
Politische Unruhen Fragiler Frieden in Äthiopien
Bei Unruhen sind in Äthiopien Ende Oktober fast 90 Menschen ums Leben gekommen. Schnell war von ethnischen und religiösen Konflikten die Rede. Gegen diese Lesart verwahrt sich Premierminister Abiy Ahmed, doch von der äthiopisch-orthodoxen Kirche kommt Gegenwind.
Philippinen Freibrief für Angriffe auf einen Mahner
Das philippinische Verteidigungsministerium hat den Nationalen Kirchenrat der Philippinen (NCCP) Anfang November auf eine Liste der Terror unterstützenden Organisationen gesetzt. Internationale Kirchenorganisationen kritisierten Präsident Rodrigo Duterte dafür scharf.
Mitbestimmung Knatsch ums ASA-Stipendienprogramm
Das ASA-Programm ermöglicht jungen Menschen Praktika im Ausland. Nun beschweren sich ehrenamtliche Teilnehmer, dass ihre Mitwirkung daran beschnitten werde. Der Träger Engagement Global weist die Vorwürfe zurück.
Projekte der GIZ und KfW Naturschutz auf dem Rücken der Waldbewohner?
Deutschland steckt viel Geld in Naturschutzgebiete im afrikanischen Kongo-Becken. Der Kritik, dass dabei die Rechte lokaler Bevölkerungsgruppen verletzt werden, hat die Bundesregierung bislang wenig entgegenzusetzen.
20 Jahre ZFD Neue Ideen für den Friedensdienst
Der Zivile Friedensdienst wird 20 Jahre alt. Kirchliche Organisationen gehören zu den tragenden Säulen. Sie bewerten die Kooperation mit dem Staat positiv, wünschen sich aber einen Richtungswechsel und mehr Sichtbarkeit.
Rückenwind für die internationale Zusammenarbeit
Erstmals hat die Schweizer Regierung, der Bundesrat, den Entwurf einer neuen Botschaft über die internationale Zusammenarbeit in eine öffentliche Vernehmlassung geschickt. Die Beteiligung war gut und die Zivilgesellschaft hofft, dass das gerade neu gewählte Parlament die Änderungswünsche aufgreift.
Österreich Türkis-grüne Aussichten auf die Eine Welt
Seit November verhandeln die konservative ÖVP und die Grünen in Wien über eine neue Regierung. Dass sie sich in Fragen der Entwicklungspolitik leicht einigen, ist unwahrscheinlich.
Österreich Türkis-grüne Aussichten auf die Eine Welt
Seit November verhandeln die konservative ÖVP und die Grünen in Wien über eine neue Regierung. Dass sie sich in Fragen der Entwicklungspolitik leicht einigen, ist unwahrscheinlich.
Globale Partnerschaften für mehr Geschlechtergerechtigkeit Unterschiedliche Lebenswirklichkeiten
Mit einem Austausch in Sachen Geschlechtergerechtigkeit kann der globale Norden vom Süden lernen – und umgekehrt. Bei einer Tagung in Freising wurden Chancen und Grenzen globaler Partnerschaften zur Verbesserung der Situation von Frauen ausgelotet.