Chinesen und Vietnamesinnen
Eine Vietnamesin spricht mit einem Chinesen, den sie über eine Freundin kennt. Frauen aus Vietnam hoffen auf ein besseres Leben, wenn sie einen Chinesen heiraten.  
Chinesen und Vietnamesinnen

Gemischte Ehen am Rand der Gesellschaft

In chinesischen Dörfern im Grenzgebiet zu Vietnam leben manche Männer mit Frauen aus Vietnam zusammen. Die gelten oft als illegale Migrantinnen, doch mancher lokale Beamte drückt ein Auge zu.

Ehen zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft sind in den Städten Chinas inzwischen normal. Doch auf dem Land sind Chinesen, deren Partnerinnen aus bestimmten anderen Ländern kommen, leicht Anlass für Kontroversen und Kontrollen – selbst wenn sie diskret und unauffällig leben. Ein Beispiel sind Ehen von Chinesen mit Vietnamesinnen.

Das Phänomen muss im Zusammenhang mit der Geschichte der Migrationsbewegungen an der Grenze Chinas zu seinen südostasiatischen Anrainerstaaten verstanden werden. Die Menschen dieser ethnisch und kulturell sehr vielfältigen Region waren schon immer in regem Austausch. Erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden die durchlässigen Staatsgrenzen nach und nach genauer definiert, militärisch verteidigt und der Handelsaustausch wurde stärker kontrolliert. Zwischen China und Vietnam folgten auf den kurzen Krieg von 1979 jahrelange diplomatische Konflikte, so dass die Grenze erst 1991 wieder offiziell geöffnet wurde; seitdem hat der Austausch wieder stark zugenommen.

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erschienen in Ausgabe 4 / 2020: Willkommen – oder nicht?

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