Personalia
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Wer, wo, was?

Der WTO-Direktor tritt zurück, die Weltbank hat eine neue Chefökonomin: Unsere Personalmeldungen im Juli.

Roberto Azevêdo, seit sieben Jahren Direktor der Welthandelsorganisation WTO in Genf, hat im Mai seinen vorzeitigen Rücktritt mit Wirkung Ende August erklärt. Regulär endet seine Amtszeit erst im kommenden Jahr. Der 62-jährige Diplomat aus Brasilien erklärte, seine Entscheidung sei familiär motiviert und falle ihm nicht leicht. Auf einem digitalen Treffen Mitte Mai mit allen WTO-Mitgliedern sagte Azevêdo, das multilaterale Handelssystem stehe im Mittelpunkt seiner Karriere, seit er vor 23 Jahren zur WTO gekommen sei. Die Zeit als WTO-Direktor sei die „forderndste, spannendste und dankbarste Periode meines Berufslebens gewesen“. Er begründete seinen Rücktritt auch mit der Aufgabe, die nächste WTO-Ministerkonferenz im kommenden Jahr zu organisieren. Das Treffen sollte eigentlich im Juni stattfinden, wurde aber wegen Corona auf nächstes Jahr verschoben. Diese Konferenz sei bedeutsam für die mittelfristige Zukunft der WTO. Deshalb sei es wichtig, dass die Vorbereitungen nicht gleichzeitig mit der Suche nach einem neuen Direktor stattfinden. Die Suche nach seinem Nachfolger könne nun bis Jahresende über die Bühne gehen, sagte Azevêdo.

Arbeitsgemeinschaft der Entwicklungsdienste

Claudia Lücking-Michel, die Geschäftsführerin des katholischen Entwicklungsdienstes AGIAMONDO, ist auf der Mitgliederversammlung der Arbeitsgemeinschaft der Entwicklungsdienste (AGdD) Mitte Mai zur neuen Vorstandsvorsitzenden gewählt worden. Ihre Stellvertreterinnen sind Judith Ohene, Geschäftsführerin des Weltfriedensdienstes, und Uli Weinhold, Geschäftsführer Christliche Fachkräfte International. Die Arbeitsgemeinschaft der Entwicklungsdienste ist der Dachverband der vom Bundesentwicklungsministerium anerkannten Organisationen, die Fachkräfte in Projekte der Entwicklungszusammenarbeit und des Zivilen Friedensdienstes entsenden.

Licht für die Welt Schweiz

Christina Anderegg, bislang stellvertretende Geschäftsführerin von Licht für die Welt Schweiz, übernimmt die Geschäftsführung der Hilfsorganisation in der Schweiz. Die gelernte Betriebs­ökonomin und Kommunikationsberaterin hat viele Jahre lang als Geschäftsführerin für eine Schweizer Hilfsorganisation für hirnverletzte Kinder gearbeitet. Ihr Vorgänger Gabriel Müller bleibt bei Licht für die Welt Schweiz und wird sich dort jetzt auf den Bereich strategische Partnerschaften konzen­trieren. Licht für die Welt unterstützt augenkranke, blinde sowie anderweitig behinderte Menschen in Entwicklungsländern. Hauptsitz der internationalen Organisation ist Wien.

Weltgesundheitsorganisation (WHO)

Der Schweizer Arzt und Rechtsanwalt Thomas Zeltner wird erster Leiter der im Mai neu gegründeten WHO-Stiftung. Die von der WHO rechtlich unabhängige Stiftung soll der Organisation neue Geldquellen erschließen, etwa bei einzelnen Großspendern oder Unternehmen. Ziel ist es, die WHO mit einer verlässlicheren Finanzierung auszustatten. Zu diesem Zweck soll die Stiftung unter anderem die Regeln für die Akquise philanthropischer Zuschüsse vereinfachen.

Universität der Vereinten Nationen in Europa 

Shen Xiaomeng wird zum 1. August Vizerektorin an der Universität der Vereinten Nationen in Europa. Die Wissenschaftlerin übernimmt zudem gleichzeitig den Posten der Direktorin des Institutes für Umwelt und menschliche Sicherheit, wie die Universität Ende Mai in Bonn mitteilte. Sie folgt dort auf Zita Sebesvari, die den Posten seit Januar kommissarisch innehat. Das Institut für Umwelt und menschliche Sicherheit erforscht Risiken globaler Umweltgefahren und Strategien der Anpassung. Als Direktorin wird Shen die akademische und administrative Leitung übernehmen und Ausrichtung, Organisation sowie Programme des Instituts verantworten, hieß es. Als Vizerektorin der UN-Universität in Europa wird Shen die Zusammenarbeit zwischen der Universität und Interessenvertretern innerhalb und außerhalb der Vereinten Nationen fördern. Der Hauptsitz der UN-Universität ist in Tokio. Shen arbeitet seit dem Jahr 2011 beim Internationalen Büro des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Weltbank

Carmen Reinhart ist seit Mitte Juni neue Vizepräsidentin und Chefökonomin der Weltbank in Washington D. C. Sie folgt auf die Griechin Pinelopi Koujianou Goldberg, die im Februar nach nur 15 Monaten im Amt ihren Rücktritt erklärt hatte. Die US-Amerikanerin Reinhart hat zuletzt an der Harvard Kennedy School gelehrt. Die Expertin für internationale Finanzmärkte und Währungsfragen war außerdem stellvertretende Direktorin des Internationalen Währungsfonds und Chefökonomin der Investmentbank Bear Stearns.

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