Bevölkerungspolitik
Die Familie eines tibetischen Nomaden bricht per Motorad auf, um wertvolle Pilze zu suchen. Weil Angehörige nationaler Minderheiten früher mehr Kinder haben durften als Han-Chinesen, ist ihr Anteil an der Bevölkerung gewachsen.  
Bevölkerungspolitik

Peking will mehr Kinder, aber nur die richtigen

Die Kommunistische Partei Chinas hat die Ein-Kind-Politik auf den Kopf gestellt: Es sollen mehr Kinder geboren werden – aber weniger in ethnischen Minderheiten. Ein Ziel ist, auch später für genügend loyale ­Soldaten zu sorgen.

Auf der Tagung von Chinas Nationalem Volkskongress haben führende Politiker dieses Jahr ein nie dagewesenes Interesse an Familienpolitik gezeigt. Ein neues Gesetz erschwert Scheidungen und erlaubt es Wiederverheirateten, mehr Kinder zu bekommen. Zugleich forderte ein Kommentar in der regierungsnahen Zeitung „China Daily“, China müsse Geburten fördern. Insbesondere die Provinz Henan hat die Familienplanungspolitik deutlich gelockert und Anreize gegen Scheidungen gesetzt.

Solche Veränderungen können China-Experten verwirren. Erst 2015 hat das Land seine Ein-Kind-Politik beendet, die große Familien kriminalisierte. Und nur fünf Jahre später sprechen sich Verbündete der Regierung in einer staatlichen Zeitung dafür aus, das Kinderkriegen zu fördern. Was hat zu dieser Kehrtwende geführt?

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erschienen in Ausgabe 9 / 2020: Die wahre Macht im Staat?

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