Darfur
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Weltweites Hoffen auf Frieden im Sudan

Im Sudan haben die Übergangsregierung und Rebellen ein Friedensabkommen unterzeichnet, das nach 17 Jahren den Bürgerkrieg in Darfur und anderen Regionen beenden soll. Weltweit wird von einem historischen Ereignis für das Land gesprochen.

Frankfurt a.M./Juba - Nach der Unterzeichnung eines Friedensabkommens zwischen der Regierung und Rebellen im Sudan herrscht international Hoffnung auf Frieden in dem Bürgerkriegsland. UN-Generalsekretär António Guterres sagte in einer Videobotschaft bei der Unterzeichnung am Samstag, das Abkommen markiere einen Neubeginn für Sudan und sei ein Meilenstein auf dem Weg zu dauerhaftem Frieden, besonders für die Krisenregion Darfur. Die Übergangsregierung und die Revolutionäre Front, ein Zusammenschluss mehrerer Rebellengruppen, hatten am Samstag in Juba, der Hauptstadt des Nachbarlands Südsudan, einen im August getroffenen Friedensschluss besiegelt.

Das Abkommen sieht die Integration von Rebellen in die Armee vor, sowie die Aufnahme von Vertretern der Rebellen in die Übergangsregierung, die seit dem Sturz des langjährigen Präsidenten Omar al-Baschir an der Macht ist. Die Bundesstaaten Südkordofan und Blauer Nil, wo in den vergangenen Jahren immer wieder Kämpfe stattfanden, bekommen mehr Autonomie. Premierminister Abdalla Hamdok erklärte, das Friedensabkommen sei kein Vertrag zur Teilung der Macht mit den Rebellen, sondern ein Tausch von Waffen gegen wirtschaftliche Entwicklung. Ohne Frieden könne es keine Entwicklung und Demokratie geben, sagte Hamdok bei der Unterzeichnung laut einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Suna.

Meilenstein im politischen Übergangsprozess

Unter Premierminister Hamdok setzt sich die sudanesische Übergangsregierung für eine Lösung der bewaffneten Konflikte mit den Gruppierungen in Darfur und den Gebieten Südkordofan und Blauer Nil ein. Die Friedensverhandlungen hatten unter südsudanesischer Vermittlung Ende 2019 begonnen. Das nun unterzeichnete Abkommen bildet einen Meilenstein im laufenden politischen Übergangsprozess, an dessen Ende demokratischen Wahlen stehen sollen. Noch nicht alle Konfliktparteien haben sich dem Abkommen angeschlossen.

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) erklärte in Berlin, der Sudan habe nach der friedlichen Revolution im vergangenen Jahr mit dem Abkommen nun einen weiteren entscheidenden Schritt hin zu Frieden und Versöhnung geschafft. "Alle Gruppen, die noch nicht Teil des Abkommens sind, sind aufgerufen, nun zügig und ohne Vorbedingungen in den Kreis derjenigen zu treten, die sich klug für Stabilität und Frieden entschieden haben", sagte Maas. Der EU-Außenbeauftrage Josep Borrell erklärte, die Unterzeichnung sei ein historischer Erfolg. Von den früheren Konfliktparteien würde erwartet, dass sie die Abmachungen zügig umsetzten.

In der westlichen Krisenregion Darfur begann 2003 ein Bürgerkrieg, bei dem bis 2008 Schätzungen zufolge 300.000 Menschen getötet wurden. Trotz des Abschlusses eines Friedensabkommens mit einem Teil der Rebellen 2006 herrscht bis heute kein Frieden in Darfur. In den Regionen Südkordofan und Blauer Nil brachen 2011 Kämpfe aus.

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