Bergbau in Lateinamerika
Ecuador Bergbau„Unser Territorium, unsere Entscheidung“: Indigene vom Volk der Waorani protestieren im Mai 2019 in Ecuadors Hauptstadt Quito gegen Rohstoff­abbau im Amazonasgebiet.

Getty Images , Cristina Vega

Bergbau in Lateinamerika

Ein Vertrag, der Hoffnung macht

In Lateinamerika und der Karibik tritt demnächst ein Abkommen in Kraft, das Bewohnern mehr Mitsprache bei Großprojekten wie im Bergbau einräumt. Fachleute sehen das als Erfolg.

Bereits im Jahr 2007 wetterte der damalige Präsident Perus, Alan García, in einer berühmt-berüchtigten Rede gegen einen seiner Ansicht nach übertriebenen Umweltschutz in seinem Land: „Wir haben fünfmal mehr Bodenschätze als Chile und einige wollen sie nicht ausbeuten, weil das der Umwelt schadet oder irgendwelche Gebiete heilig sind. Diese hinterwäldlerische Mentalität müssen wir überwinden.“ Um seine in Peru bis heute durchaus verbreitete Überzeugung zu bekräftigen, legte García in einem Zeitungsartikel in Anspielung auf ein spanisches Sprichwort nach: Demnach frisst der Wachhund des Gärtners selbst nichts aus dem von ihm bewachten Garten, lässt aber auch niemand anderen fressen. 

13 Jahre später sind die Umweltkonflikte in der Region nicht weniger, sondern mehr geworden. Immer tiefer und immer skrupelloser dringen Ölfirmen, Bodenspekulanten und Bergbauunternehmen vor und machen sich Gesetzeslücken, Gewalt und Korruption zunutze. Laut der Organisation Global Witness stammten im Jahr 2018 mehr als die Hälfte der weltweit ermordeten Umweltschützer aus Lateinamerika: 83 von 164. Kolumbien, Brasilien, Guatemala und Mexiko belegen in der traurigen Statistik die Spitzenplätze. 

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erschienen in Ausgabe 12 / 2020: Auf die Heißzeit vorbereiten

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