Heft 12 / 2020Zum Archiv 2020
Auf die Heißzeit vorbereiten
So wichtig es ist, die Erderhitzung zu bremsen, so wichtig ist es, dass sich der Mensch auf die Folgen einstellt. In Kiribati will die Regierung Inseln aufschütten, die nigerianische Millionenstadt Lagos wappnet sich gegen den vordringenden Atlantik. Fest steht: Der globale Süden braucht mehr Hilfe zur Anpassung an die Klimakrise.
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Klimawandel

Heftschwerpunkt

Umsiedlung in Panama Das Paradies muss umziehen
Die Guna-Indigenen aus Panama sind das erste Volk Lateinamerikas, das wegen des steigenden Meeresspiegels von Inseln aufs Festland umgesiedelt wird. Das ist ein internationales Pilotprojekt – und ein Hürdenlauf. 
Klimawandel Ein Problem, das sich nicht lösen lässt
Allein aus den Fakten zur Erderhitzung ergibt sich nicht, was dagegen politisch zu tun ist, meint Mike Hulme.
Klimakrise Es ist schon nach zwölf
Wir müssen uns darauf einstellen, dass eine katastrophale Erderhitzung nicht mehr zu stoppen ist. Das ist keine bequeme Resignation, sondern macht den Kopf frei, um Verantwortung für die Zukunft zu übernehmen.
Privatwirtschaft Firmen als Klimaschützer
Viele große Unternehmen und Investoren verkünden jetzt eigene Klimaschutzziele – mal mehr, mal weniger strenge. Das wird die Erderhitzung kaum deutlich bremsen, erleichtert aber staatliche Schritte dafür.
Steigender Meeresspiegel Fliehen oder dem Meer standhalten?
Lange Zeit plante die Regierung der Pazifikrepublik Kiribati, ihre Bevölkerung wegen des steigenden Meeresspiegels umzusiedeln. Der neue Präsident hält davon nichts. Er will die Inseln erhöhen. 
Literatur Geschichten aus einer schwierigen Zukunft
Wie sieht die Welt aus, wenn der Klimawandel fortschreitet? Damit befasst sich die Literatur schon seit langem – zunehmend auch Autorinnen und Autoren aus dem globalen Süden. Vier Lesetipps.
Trinkwasserknappheit Kein „Day Zero“ in Kapstadt
Vor knapp drei Jahren drohte Kapstadt als weltweit erster Metropole das Trinkwasser auszugehen. Inzwischen hat sich die Lage stabilisiert, der Rat der Krisenmanager ist nun weltweit gefragt. 
Klimaanpassung in Lagos Meerblick für die Reichen, nasse Füße für die Armen
Teile der nigerianischen Stadt Lagos versinken im Meer. Darunter leiden vor allem Slumbewohner. Die Regierung schützt lieber die wirtschaftlich prosperierenden Bezirke.   
Klimafinanzierung Mehr Geld für die Anpassung, bitte! 
Die Klimafinanzierung der reichen Länder fließt vor allem in die Eindämmung des Klimawandels. Entwicklungsländer brauchen aber mehr Hilfe, um mit den Folgen fertigzuwerden. 
Klimawandel und Migration Vom wütenden Wett er vertrieben
Wie viele Menschen wegen Klimaänderungen ihre Heimat verlassen müssen, ist kaum zu sagen, denn Migration hat stets viele Ursachen. Sicher ist aber, dass die Erderhitzung ihr einen zusätzlichen Antrieb gibt.
Klimawandel in Kenia „Wir müssen das Heft selbst in die Hand nehmen“
Kleinbauern in Kenia leiden stark unter dem Klimawandel. Zusammen mit Lokalbehörden erarbeiten sie einfache und wirksame Lösungen, sich den neuen Bedingungen anzupassen. 

Welt-Blicke

Südafrika Der ANC und seine Mörder
Wegen Korruption ist in Südafrika im November Haftbefehl gegen den Generalsekretär des regierenden ANC erlassen worden. Endlich scheint die Regierung das Übel anzugehen, das hinter zahlreichen politischen Morden steckt. Von Greg Arde
Peru Der Zebrafischforscher  und die Corona-Tests
Edward Málaga-Trillo hat sein Molekularlabor umgewidmet und Corona-Schnelltests entwickelt.
Libanon Die Flüchtlinge helfen beim Wiederaufbau
Im August hat eine riesige Explosion große Teile der libanesischen Hauptstadt Beirut zerstört. Seitdem ist die Regierung abgetaucht und internationale Geber neigen zur Vorsicht. Doch die Syrer im Land packen an.
Kolumbien Die grausame Vergangenheit kehrt wieder
In Kolumbien haben Whistleblower eine Abhöraktion aufgedeckt, von der auch der frühere Präsident Álvaro Uribe profitieren wollte. Militärs spionieren Journalisten, Richtern oder Oppositionellen nach, um sie zu diskreditieren – wie schon einmal während des Bürgerkrieges.
Bergbau in Lateinamerika Ein Vertrag, der Hoffnung macht
In Lateinamerika und der Karibik tritt demnächst ein Abkommen in Kraft, das Bewohnern mehr Mitsprache bei Großprojekten wie im Bergbau einräumt. Fachleute sehen das als Erfolg.
Marokko Radeln fürs Selbstbewusstsein
Das Fahrrad gilt in Marokko als unsittlich für Frauen und als Fahrzeug für arme Leute. Eine Organisation in Marrakesch will das ändern – und jungen Marokkanern beim Jobeinstieg helfen.
Nepal Rückkehr in die Armut
Nepal lebt zum guten Teil von den Rücküberweisungen von Migranten. Nun verlieren in der Pandemie Hunderttausende ihren Job im Ausland. Ihre Arbeitskraft zu Hause einzusetzen, wäre eine Chance – aber die Regierung nutzt sie nicht.

Standpunkte

Strukturierte Fonds Entwicklungshilfe teilweise gut investiert
Strukturierte Fonds hebeln viel Privatkapital, haben aber gravierende Mängel, meint Tillmann Elliesen.
Stabilisierungsprogramme Helfen selten, schaden oft
Entwicklungsprojekte in Konfliktregionen sind keine gute Antwort auf Gewalt, meint Christoph Zürcher.
Globale Solidarität Mit der Wirtschaftskrise alleingelassen
Die Corona-Hilfen für den globalen Süden zielen oft in die falsche Richtung , kommentiert Moritz Elliesen.

Bewegungsmelder

Herausgeberkolumne Kein Maulkorb für die Ki rche!
Kirche und ihre Institutionen müssen sich in die Politik einmischen, findet Bernard DuPasquier.

Journal

Demokratisierung Brüssel fordert von Myanmar Schutz von Minderheiten 
Die Wahlen in Myanmar hat offenbar erneut die Partei von Aung San Suu Kyi gewonnen. Bisher hat die Friedensnobelpreisträgerin Hoffnungen der EU enttäuscht.
Schweiz Einfallstor für Schnüffler aus China
Ein Abkommen mit China ermöglicht Sicherheitsbeamten der Volksrepublik, in der Schweiz die Identität abgewiesener chinesischer Asylsuchender zu ermitteln. Bei Menschenrechtsorganisationen und auch im Parlament sorgt das für erhebliche Kritik. 
Terrorismus Eskalation in Mosambik
Im Norden des ostafrikanischen Landes lässt sich beobachten, wie aus einem lokalen Konflikt ein Brennpunkt islamistischen Terrors werden kann. Die Nachbarstaaten sind alarmiert.
EUTF Fünf Jahre EU-Treuhandfonds für Afrika 
Der 2015 aus der Taufe gehobene Geldtopf soll Entwicklungshilfe und Migrationspolitik verbinden. Beobachter kritisieren ein Ungleichgewicht.
Österreich Hilfe aus Wien für Armenien nach dem Krieg
Der Staat im Kaukasus ist schon länger ein Schwerpunktland der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit. Hilfe fließt vor allem in die Landwirtschaft.
Meinungsfreiheit Nahostkirchen verurteilen Mohammed-Karikaturen
Beim Thema religiöse Gefühle sind sich im Nahen Osten christliche und muslimische Religionsvertreter einig: Die Beleidigung religiöser Symbole ist ein absolutes Tabu. 
Bericht der Bundesregierung Sorge um die Religionsfreiheit
Abgeordnete aller Bundestagsfraktionen haben die Bundesregierung aufgerufen, sich weltweit stärker zur Verteidigung dieses Menschenrechts zu engagieren. 
Schweizer Klimaschutzabkommen Streit um CO2-Kompensation im Ausland
Mit dem weltweit ersten bilateralen Klimaschutz-abkommen will die Schweiz CO2-Emissionen über Projekte in Peru kompensieren. Ob das dem Klima hilft, ist umstritten. 
Ungleichheit Was Städte gegen soziale Spaltung tun
Ungleichheit nimmt in vielen Ländern zu, nicht nur im globalen Süden. In aller Welt versuchen Städte mit unterschiedlichen Ideen, dem entgegenzuwirken. 
Personalia Wer, wo, was?
Helle Døssing ist die neue Leiterin der Afrikaabteilung bei Brot für die Welt, die WHO will mit einer Kommission Fälle von sexuellem Missbrauch untersuchen: Unsere Personalmeldungen im Dezember.
Globale Bildung Zum ersten Mal in Bangladesch
Influencer können Entwicklungsorganisationen helfen, junge Menschen zu erreichen. Aber bei der Zusammenarbeit kann einiges schiefgehen.
Psychische Belastung „Abenteuerlust wird vorausgesetzt“
Manche Fachkräfte erleben im Ausland Traumatisches, erhalten von ihren Arbeitgebern aber zu wenig Hilfe, meint Katharina Bosse.