Literatur
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Geschichten aus einer schwierigen Zukunft

Wie sieht die Welt aus, wenn der Klimawandel fortschreitet? Damit befasst sich die Literatur schon seit langem – zunehmend auch Autorinnen und Autoren aus dem globalen Süden. Vier Lesetipps.

Wie mag es in der Dominikanischen Republik wohl in den 2030er Jahren aussehen? In ihrem Roman „Tentakel“ zeichnet Rita Indiana das Bild einer Zukunft im Klimawandel: Mehrere Tsunamis haben ganze Küstenabschnitte zerstört und zudem hoch giftige Chemikalien von Kampfstoffen freigesetzt, die dort gelagert waren. Das Meer ist mehr oder minder tot, die Küste ebenfalls – das Leben geht trotzdem weiter. 

Etwas entfernt im Inland hat sich eine Gesellschaft etabliert, die von diesen Folgen des Klimawandels sowie von denen der Digitalisierung und des Neoliberalismus geprägt ist: Die Reichen leben abgeschottet, Roboter sorgen vor der Tür dafür, dass illegale Armutsmigranten aus Haiti im wahrsten Sinn des Wortes „automatisch“ entsorgt werden. Die weniger Reichen, die immerhin aber die richtige Staatsangehörigkeit haben, leben meist in Ghettos, ihre Aussichten mies zu nennen, wäre Schönfärberei.

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erschienen in Ausgabe 12 / 2020: Auf die Heißzeit vorbereiten

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