Personalia
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Wer, wo, was?

Helle Døssing ist die neue Leiterin der Afrikaabteilung bei Brot für die Welt, die WHO will mit einer Kommission Fälle von sexuellem Missbrauch untersuchen: Unsere Personalmeldungen im Dezember.

 Hermann Bredehorst/Brot für die Welt

Helle Døssing leitet seit Oktober die Abteilung Afrika beim evangelischen Hilfswerk Brot für die Welt. Sie folgt auf Reinhard Palm, der an seine alte Wirkungsstätte, das Bundesentwicklungsministerium, zurückgekehrt ist. Døssing bleibt zunächst ein Jahr an der Spitze der Abteilung, dann soll die Stelle neu ausgeschrieben werden. Helle Døssing ist seit dem Jahr 2012 bei Brot für die Welt, zuletzt hat sie dort das Referat Europa, Zentralasien und Kirchen helfen Kirchen in der Abteilung für Europa, Nahost und weltweite Programme geleitet. Davor war sie seit Mitte der 1990er Jahre unter anderem für den UN-Bevölkerungsfonds UNFPA, die dänische Organisation MS-Action Aid, für Transparency International in Berlin sowie als Entwicklungshelferin tätig, überwiegend mit Fokus auf Afrika und Zivilgesellschaft. 

Døssing hat zeitweise in Burkina Faso und in Kamerun gelebt und gearbeitet und plädiert für einen differenzierten Blick auf afrikanische Länder, statt verbreitete Darstellungen von Afrika als Chancen- oder aber als Krisenkontinent zu übernehmen. In der Entwicklungszusammenarbeit will sie vor allem junge Leute und Frauen in den Blick nehmen. In der Jugend stecke großes Potenzial, Strukturen und Politik in Afrika zum Besseren zu verändern. Damit sich dieses Potenzial entfalten könne, müssten den jungen Leuten wirtschaftliche Perspektiven eröffnet werden. In den vergangenen 25 Jahren habe es in vielen Bereichen Fortschritte gegeben. So seien zivilgesellschaftliche Organisationen in vielen Ländern einflussreicher geworden und würden von Regierungen stärker gehört. „Als ich Ende der 1990er Jahre in Burkina Faso gelebt habe, war die Zivilgesellschaft ziemlich still“, sagt Døssing. Das habe sich geändert.

 Janine Schmitz/photothek.net

Bundesentwicklungsministerium

Die Bundesregierung hat Entwicklungsminister Gerd Müller als deutschen Kandidaten für die Leitung der UN-Organisation für industrielle Entwicklung (UNIDO) benannt. Müller steht seit dem Jahr 2013 an der Spitze des Bundesentwicklungsministeriums. Die UNIDO mit Sitz in Wien hat die Förderung der industriellen Entwicklung in Ländern des globalen Südens zum Ziel. Sie wird seit 2013 vom Chinesen Li Yong geleitet.

Günter Linnenbrink verstorben

Günter Linnenbrink, ehemaliger geistlicher Vizepräsident der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers und Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Kirchlicher Entwicklungsdienst, ist im Alter von nahezu 86 Jahren…

Fastenopfer

Andreas Rösch ist bereits seit Mai der neue Leiter des Fundraisings beim katholischen Hilfswerk Fastenopfer in Luzern in der Schweiz. Er war vorher unter anderem bei der Stiftung Biovision tätig.

Welthungerhilfe

Lena Binder, bisher Vorstandsreferentin, leitet seit Mitte Oktober das Team Engagement. Sie folgt auf Anja Sailer, die die Leitung des neuen Digital Transformation Office übernommen hat. Katja Homscheid leitet bereits seit August das Onlineteam. Arvind Das ist seit September Länderdirektor der Welthungerhilfe im Südsudan und Else Kirk bereits seit Juli die neue Länderdirektorin für die Türkei, Syrien und dem Libanon.

International Finance Corporation (IFC)

Stephanie von Friedeburg ist seit Oktober kommissarische Geschäftsführerin der Weltbank-Tochter IFC. Sie folgt auf den Franzosen Philippe le Houérou, der im Juni seinen Rücktritt angekündigt hatte. Von Friedeburg ist seit mehr als zwei Jahrzehnten bei der IFC tätig, darunter in mehreren leitenden Positionen. Einer ihrer Arbeitsschwerpunkte ist die Stärkung von Frauen. Die IFC fördert den Privatsektor und private Investitionen in Ländern des globalen Südens.

 WTO

Welthandelsorganisation (WTO)

Bis Redaktionsschluss Mitte November war weiterhin unklar, ob Ngozi Okonjo-Iweala die neue Chefin der Welthandelsorganisation wird. Die frühere nigerianische Finanzministerin und Weltbank-Direktorin ist die große Favoritin im Rennen um die Nachfolge des Brasilianers Roberto Azevêdo, der im August zurückgetreten war. Okonjo-Iweala hat den Rückhalt aller großen WTO-Mitglieder – außer der USA, die kurz vor der entscheidenden WTO-Sitzung überraschend ihr Veto einlegten. Fachleute vermuten, die WTO werde nun warten, bis Donald Trumps Nachfolger Joe Biden im Amt ist, so dass Okonjo-Iweala dann mit Rückhalt aus Washington ernannt werden kann.

Weltgesundheitsorganisation (WHO)

Die Weltgesundheitsorganisation hat eine Kommission eingerichtet, um möglichen sexuellen Missbrauch durch WHO-Mitarbeiter während der Ebola-Epidemie in den Jahren 2019 und 2020 zu untersuchen. Die Kommission wird geleitet von Aïchatou Mindaoudou, einem früheren Außenminister von Niger, und der kongolesischen Menschenrechtsaktivistin Julienne Lusenge. Die Kommission soll Fakten sammeln, Opfer ausfindig machen und unterstützen sowie mögliche Täter zur Verantwortung ziehen.

Wissenschaftlicher Beirat Globale Umweltveränderungen (WBGU)

Die Bundesregierung hat im Oktober neue Mitglieder für ihren Wissenschaftlichen Beirat Globale Umweltveränderungen berufen, darunter Anna-Katharina Hornidge, die Direktorin des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik in Bonn. Der WBGU untersucht globale Umwelt- und Entwicklungsprobleme und gibt Handlungsempfehlungen.

Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD)

Die Französin Odile Renaud-Basso ist die neue Präsidentin der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung. Sie folgt auf den Briten Suma Chakrabarti, der seit 2012 an der Spitze der Bank stand. Die EBRD wurde 1991 gegründet, um Wirtschaft und Industrie in Mittel- und Südosteuropa zu unterstützen. Seit einigen Jahren ist sie zunehmend auch in Ländern außerhalb dieser Region tätig, etwa in Nordafrika.

erschienen in Ausgabe 12 / 2020: Auf die Heißzeit vorbereiten

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