Krankheitsbekämpfung in Afrika
 Rachenabstrich für einen Coronatest in der kenianischen Hauptstadt Nairobi. In dem ostafrikanischen Land waren bis Mitte Januar offiziell knapp 100.000 Menschen infiziert und gut 1700 an oder mit Covid-19 gestorben.

Dennis Sigwe/SOPA IMAGES/Lightbrocket via Getty Images

Krankheitsbekämpfung in Afrika

„Es wird nur noch auf Corona getestet“

In Afrika verläuft die Pandemie bislang glimpflich. Fachleute befürchten aber, dass das neue Virus indirekt große Gesundheitsschäden verursachen wird.

Was hat die Regierung von Sierra Leone mit Hilfe der Weltgesundheitsorganisation (WHO) getan, als im Frühjahr die Corona-Pandemie das kleine Land im Westen Afrikas erreichte? Sie hat den Kampf gegen Malaria verschärft. Im Mai und Juni wurden im ganzen Land zusätzliche 4,6 Millionen imprägnierte Moskitonetze verteilt – die wirksamste Maßnahme zur Eindämmung der über Moskitostiche übertragenen Krankheit. Und als die Bürgerinnen und Bürger Sierra Leones wegen Corona ihre Häuser nicht mehr verlassen durften, wurde verstärkt über Zeitung, Radio und Fernsehen über Malaria aufgeklärt. 

Das klingt zunächst unvernünftig, doch Sierra Leone hat alles richtig gemacht, indem es nicht alles der Bekämpfung von Covid-19 untergeordnet hat. Denn Malaria ist eine der häufigsten Todesursachen in dem Land; vor allem Kinder unter fünf Jahren sind gefährdet: Jedes Jahr sterben rund tausend von ihnen an dem Fieber. An Covid-19 hingegen sind bis Mitte Januar nach offiziellen Angaben nur 77 Patienten gestorben, infiziert hatten sich mit dem neuen Virus bis dahin gut 2700 Menschen. 

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erschienen in Ausgabe 2 / 2021: Gesundheit weltweit schützen

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