Global Health
 Vorsorge muss für alle ­zugänglich sein: Eine ­schwangere Frau wird in Bandundu in der Demokratischen Republik Kongo untersucht.

Sven Torfinn/LAIF

Global Health

Gesundheit – nicht nur Medizin

Die Corona-Pandemie hat eindrücklich gezeigt, dass Gesundheit heute ein globales Problem ist. Seuchen sind aber bei weitem nicht die einzige Anforderung. Es geht um das Recht auf Gesund­­heit als universelles Gut.

Tödliche Infektionskrankheiten haben in den vergangenen zwanzig Jahren immer wieder die Aufmerksamkeit auf länderübergreifende, internationale und zunehmend auch globale Gesundheitsprobleme gelenkt. Die Schweinepest, die Vogelgrippe, das SARS- und das MERS-Virus, die beide ebenfalls eine akute schwere Lungenschwäche verursachen, oder auch die Ebola-Ausbrüche in Afrika und das Zika-Virus in Südamerika haben die Weltgemeinschaft schon vor Covid-19 beschäftigt. Globale Gesundheit, englisch Global Health, stand deshalb schon vor der heutigen Pandemie weit oben auf der internationalen politischen Agenda. Dazu hat auch die Bundesregierung unter Angela Merkel beigetragen, indem sie Global-Health-Themen auf die Tagesordnung internationaler Foren und Gipfeltreffen platzierte. Im Oktober 2020 hat sie ihre Strategie dazu veröffentlicht unter dem Titel „Verantwortung – Innovation – Partnerschaft: Globale Gesundheit gemeinsam gestalten“.

Die wachsende politische Bedeutung von Global Health ist so überfällig wie begrüßenswert. Allerdings ist das übliche Verständnis von Global Health nicht erst seit dem Ausbruch von Covid-19 stark auf globale Seuchengefahren und die Übertragung ansteckender Krankheiten aus dem globalen Süden in die reichen Länder des Nordens ausgerichtet. Aber auch wenn es derzeit so erscheinen mag: Infektionskrankheiten sind keineswegs die einzige Anforderung für die globale Gesundheit. Diese ist untrennbar mit der Globalisierung verknüpft und spiegelt immer engere Verflechtungen in wichtigen Lebensbereichen wie Politik, Wirtschaft, Kultur und Umwelt wider. Das zeigt zum Beispiel das weltweit zunehmende Problem von Antibiotikaresistenzen. Grund dafür ist längst nicht nur die Verwendung dieser Medikamente in der Humanmedizin, sondern auch ihr massenhafter Einsatz in der industrialisierten Fleisch-, Milch-, Fisch-, Obst- und Gemüseproduktion. 

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erschienen in Ausgabe 2 / 2021: Gesundheit weltweit schützen

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