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Die Schweiz kehrt Lateinamerika den Rücken

Die Schweizer bilaterale Entwicklungszusammenarbeit wird nach mehr als 60 Jahren aus Lateinamerika aussteigen. Manche Schweizer Hilfsorganisationen haben dafür Verständnis, andere weniger. 

Die schweizerische Entwicklungshilfe hatte ihren Ursprung in Bolivien in den 1960er Jahren. Bis heute ist Lateinamerika eine Schwerpunktregion der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA). Nicht mehr lange. Die seit Januar laufende „Strategie für die Internationale Zusammenarbeit 2021–2024“ sieht eine Fokussierung der Schwerpunktländer und -regionen vor. Bis zum Jahr 2024 endet die bilaterale Zusammenarbeit in Lateinamerika. 

Außenminister Ignazio Cassis löste mit der Ankündigung dieses Ausstiegs bereits 2018 Entrüstung aus. Eine Koalition von 23 Schweizer Entwicklungshilfe- und Menschenrechtsorganisationen kritisierten damals den Schritt in einem offenen Brief. Die Region sei von zunehmender sozialer und wirtschaftlicher Ungleichheit betroffen, die Regierung solle deshalb auf den Ausstieg verzichten. In Medien­interviews und Stellungnahmen folgten NGOs, darunter auch Partner der DEZA, sowie Politikerinnen und Politiker diesem Aufruf.

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erschienen in Ausgabe 7 / 2021: Entwicklung wohin?

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