Energieversorgung
Energieversorgung

Der Kampf um Energie geht weiter

Streit um Erdöl-, Gas- oder Kohlevorkommen ist eine Hauptursache für Krieg und Gewalt. Doch auch wenn erneuerbare Energien die fossilen verdrängen, wird die Energieversorgung weiter weltpolitische Konflikte auslösen. 

Die Energiebeschaffung war im Laufe der Geschichte immer wieder ein Auslöser von Spannungen und Konflikten. Vor der industriellen Revolution wurden Menschen brutal versklavt, um die Energie ihrer Arbeitskraft für den Bergbau, die Plantagenwirtschaft sowie andere arbeitsintensive Tätigkeiten zu erlangen. Später wurde die Kohle zur wichtigsten Energiequelle; das führte zu Konflikten über den Zugriff auf Kohlevorkommen und zwischen wohlhabenden Minenbesitzern und armen, ausgebeuteten Bergleuten. Der Aufstieg des Erdöls folgte einem ähnlichen Muster: Er führte einerseits zu Auseinandersetzungen zwischen ölimportierenden Ländern über die Kontrolle von Lagerstätten im Ausland und anderseits Konflikten innerhalb der ölexportierenden Länder über die üppigen Öleinnahmen. Ein großer Teil der zwischenstaatlichen Gewalt der vergangenen Jahrzehnte – einschließlich einer Reihe blutiger Kriege im Nahen Osten – kann darauf zurückgeführt werden.

Werden die gegenwärtigen politischen Veränderungen und der technologische Wandel diese Muster ändern? Besonders zwei Entwicklungen sind hier von Bedeutung: der Krieg in der Ukraine und der Übergang von fossilen Brennstoffen zu erneuerbaren Energiequellen.

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erschienen in Ausgabe 7 / 2022: Das Zeug für den grünen Aufbruch

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