Heft 7 / 2022Zum Archiv 2022
Das Zeug für den grünen Aufbruch
Für die Energiewende werden mittelfristig viel mehr metallische Rohstoffe als bisher gebraucht, doch der Abbau schadet Natur und Menschen. Wie können Rohstoffe weniger umweltschädlich gefördert werden? Wo werden sie recycelt? Ist es besser, wenn sie im eigenen Land weiterverarbeitet werden? Und kann Wasserstoff aus Afrika auf dem Weg in eine „grüne Zukunft“ helfen?
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Rohstoffe für Transformation

Heftschwerpunkt

Indonesien Das Erz im Land verarbeiten
Nickel ist gefragt, weil das Metall nicht nur für Stahl gebraucht wird, sondern auch für Batterien. Indonesien hat die größten Nickelreserven der Welt – und will den Rohstoff nicht nur fördern, sondern auch verarbeiten. 
Energieversorgung Der Kampf um Energie geht weiter
Streit um Erdöl-, Gas- oder Kohlevorkommen ist eine Hauptursache für Krieg und Gewalt. Doch auch wenn erneuerbare Energien die fossilen verdrängen, wird die Energieversorgung weiter weltpolitische Konflikte auslösen. 
Lithiumgewinnung Der Schatz im Tiefenwasser
Am Oberrheingraben will die Firma Vulcan Energie in mehreren Geothermiekraftwerken klimaneutral Lithium aus Tiefenwasser gewinnen. Im Labor funktioniert das – ob die Menge des Leichtmetalls für eine Million E-Auto-Batterien gefahrlos gewonnen werden kann, ist offen.
Extraktive Industrien Gezerre um die Metalle im Kongo
Von den Gewinnen aus den reichen Metallvorkommen der Demokratischen Republik Kongo kommt kaum etwas dem Land zugute. Die Regierung sagt, sie wolle das ändern – doch wie, ist nicht zu erkennen.
Ecuador Grundrechte für Bäume, Wasser und Tiere?
Ecuador hat 2008 als erstes Land Rechte der Natur in der Verfassung festgeschrieben. Doch der Rechtsweg zu einer intakten Umwelt ist lang.
Polymetallische Knollen aus dem Ozean Mit Tiefseebergbau das Klima retten?
Erste Unternehmen starten Versuche, die für eine „grüne Transformation“ benötigten Mineralien vom Meeresboden zu holen. Kritiker warnen vor unabsehbaren ökologischen Schäden.
Energiewende Rohstoff für grüne Energie
Viele Rohstoffe werden in Entwicklungsländern abgebaut, mit verheerenden Folgen für Natur und Menschen. Für die Energie­wende wird nun noch mehr Lithium, Kupfer, Kobalt und Bauxit benötigt. Kann man es verantwortlich gewinnen?
Wasserstoffproduktion in Afrika Von Wasserstoff und Partnerschaft
In Afrika gibt es viel Sonne und Wind – ideal, um günstig grünen Wasserstoff für Europa herzustellen. Wenn es gut läuft, profitieren auch Afrikanerinnen und Afrikaner, die noch nicht einmal einen Stromanschluss haben.
Metallrecycling in Ghana Wertschöpfung mit Schrott
In Ghana lohnt es sich, Metall aus alten Autos und Elektrogeräten zu gewinnen – doch es ist ein umweltschädliches und gefährliches Geschäft. Ghanas Regierung möchte es sauberer machen.

Welt-Blicke

Thailand Abkehr vom „schlechten Karma“
Menschen mit Behinderung werden in der thailändischen Gesellschaft oft ausgegrenzt. Seit einigen Jahren aber tut sich etwas in Sachen Inklusion.
Afghanistan Das größte Problem ist die Armut
Die afghanische Provinz Bamiyan mit ihrer schiitischen Minderheit hat während des Krieges besonders unter den Taliban gelitten. Doch auch von deren Gegnern fühlen die Menschen dort sich im Stich gelassen.
Feministische Außenpolitik Diplomatie mit Blick auf toxische Männlichkeit
Im Koalitionsvertrag bekennt sich die Ampel-Regierung zu einer feministischen Außenpolitik und folgt damit Ländern wie Schweden, Kanada und Mexiko. Ist das Konzept angesichts des russischen Angriffskriegs überholt?
Uganda Gemeinsam handeln sie besser
In Uganda übernehmen mehr und mehr Frauengruppen den grenzüberschreitenden Handel, der bisher von Männern dominiert war. Ihr Erfolg beruht auf dem starken Zusammenhalt von Kooperativen.
Sri Lanka Kampf für eine gemeinsame Zukunft
Eine breite Protestbewegung hat in Sri Lanka den Premierminister zum Rücktritt gezwungen. Doch das ist nur ein Teilerfolg und ein Ende der wirtschaftlichen Misere ist nicht zu erkennen.
Flucht und Migration Wer steuert, gilt als Schleuser
Wie ein Jugendlicher zum Kriminellen gemacht worden ist.
Jemen Wo Fischen lebensgefährlich ist
Durch den Krieg im Jemen haben viele Fischer den Zugang zu ihren traditionellen Fanggründen verloren. Um ihre Familien zu ernähren, segeln einige bis an die Küste von Somalia oder Djibouti.

Standpunkte

Flüchtlingspolitik "Die Abschiebung nach Ruanda dient der Abschreckung"
Das Migrationsabkommen zwischen Großbritannien und Ruanda untergräbt die Internationale Flüchtlingskonvention, sagt die Migrationsexpertin Aimée-Noël Mbiyozo.
Reife Leistung Der gemeine Russe und die Autos
Die Autoindustrie in Russland schwächelt. Wie gut, dass sich Wladimir Putin ein paar Ideen zu deren Stärkung bei den Westeuropäern abgucken kann. Unsere Glosse.
Grundeinkommen Der Sahel braucht ganz neuartige Hilfe
Die bisherige Entwicklungszusammenarbeit in der Sahel-Region hat wenig erreicht, meint Frank Bliss. Ein Plädoyer für eine Art Grundeinkommen für Bauern und Viehhirten in der Region.
Welthandel Scheinerfolg bei den Handelsregeln
Die jüngsten Beschlüsse bei der Ministertagung der WTO werden die multilaterale Welthandelsordnung kaum retten, meint Bernd Ludermann.
Äthiopien Vom Hoffnungsträger zum Kriegstreiber zum Hoffnungsträger
Der Krieg in Äthiopien kommt in eine neue, vielleicht entscheidende Phase, kommentiert Tillmann Elliesen.
Ernährungssicherheit Widerstandsfähige Landwirtschaft
Angesichts weltweiter Engpässe in der Nahrungsversorgung ist mehr ökologischer Landbau nötig, kommentiert Barbara Erbe.

Bewegungsmelder

Herausgeberkolumne Lieferkettengesetz für die Schweiz!
Viele Konzerne schädigen Menschen und Umwelt. Die EU strebt an, sie für Missstände in Lieferketten verantwortlich zu machen. Damit die Schweiz folgt, ist Druck von unten nötig.
Fünf Fragen Wenn das Recht auf Nahrung verletzt wird
"Unser billiges Konsumieren führt zu himmelschreiender Ungerechtigkeit", sagt Philipp Mimkes, Geschäftsführer von FIAN Deutschland, im Interview.  

Journal

Klimawandel Aufgeblasener Klimaschutz
Ein Fünftel des Haushalts der Europäischen Union von 2014-2020 hat zum Klimaschutz beigetragen – behauptet die EU-Kommission. Der Europäische Rechnungshof widerspricht und kritisiert die Berechnung als unzuverlässig.
Berlin Berlin will Start-ups in Afrika anschieben
Das Entwicklungsministerium verstärkt sein neues Förderprogramm für junge Unternehmen mit guten Ideen in Afrika. Im Trend sind Geschäftsideen in den Bereichen Bildung, Gesundheit und Zahlungsverkehr.
Schweiz Hilfe aus einem Guss?
Die DEZA wird wieder einmal reorganisiert: Die Zuständigkeiten für humanitäre Hilfe und längerfristige Entwicklungszusammenarbeit sollen zusammengelegt werden. Vertreterinnen nichtstaatlicher Hilfswerke sehen Risiken. 
Von
Stefan Boss
Berlin Hilfsorganisationen fordern Investitionen gegen den Hunger
Die Welthungerhilfe und terre des hommes appellieren an die Bundesregierung, ihren Vorsitz in der Staatengruppe der G7 zu nutzen, um angesichts drohender Hungerkrisen im globalen Süden Verpflichtungen aus der Vergangenheit endlich zu erfüllen. 
Kirche und Ökumene Leben in ständiger Angst und Unsicherheit
Deutschland und die Europäische Union müssen mehr gegen das Verbrechen des gewaltsamen Verschwindenlassens von Menschen tun. Dies war das Fazit einer Veranstaltung von Misereor und Justitia et Pax Mitte Mai in Berlin. 
Ukraine-Krieg Mehr Spenden – aber nicht für Entwicklungsarbeit
Nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine wurde in Deutschland, der Schweiz und Österreich deutlich mehr Geld für humanitäre Zwecke gespendet als zuvor. Andere Krisen und Aufgaben drohen indes aus dem Blick zu geraten. 
Global lokal Rheinland-Pfalz und Ruanda feiern 40 Jahre Partnerschaft
Seit 1982 konzentriert Rheinland-Pfalz seine Entwicklungs­zusammenarbeit auf Ruanda in Ostafrika. Daraus haben sich stabile Beziehungen zwischen staatlichen sowie zivilgesellschaftlichen Stellen in beiden Ländern entwickelt. Es gibt aber auch Kritik.
Kirche und Ökumene Theologischer Frontalangriff auf Patriarch Kyrill 
Fast 1500 orthodoxe Theologinnen und Theologen weltweit distanzieren sich in einer Erklärung vom Nationalismus der Russisch-Orthodoxen Kirche. Beobachter vergleichen das Papier mit der Barmer Erklärung der Bekennenden Kirche gegen den Nationalsozialismus. 
Brüssel Von Mali nach Niger?
Die Europäische Union plant neue Militärmissionen in Westafrika. Auf diese Weise will sie Russlands wachsendem Einfluss in der Region begegnen. Ob das gelingt, hängt laut Fachleuten nicht zuletzt von Frankreich ab.
Kirche und Ökumene Warnschuss für die Kirchen in Hongkong
Der 90-jährige katholische Kardinal Joseph Zen muss sich in Hongkong vor Gericht verantworten. Zwar wurde die Anklage gemildert, doch für Landeskenner ist das Verfahren ein deutliches Zeichen, dass für die Kirche die Lage schwieriger wird. 
Schweiz Wasser-Leitlinien mit Leerstellen
Am Weltwassertag hat die Schweiz die „Leitlinien Wasser 2022–25“ verabschiedet. Sie bekräftigt damit ihr Engagement in der internationalen Wasserpolitik. Doch NGOs fordern mehr Selbstkritik.
Personalia Wer, wo, was?
Mia Mottley, Premierministerin von Barbados, ist neue Vorsitzende der SDG Advocates Group, Tanja Gönner wird Hauptgeschäftsführerin des BDI, und Fairtrade International hat mit Sandra Uwera eine neue Chefin. Unsere Personalmeldungen im Juli.
Berlin „Sicherheit und Entwicklung gemeinsam angehen“
Der Ukraine-Krieg zeigt, wie fragil die Ernährungssysteme in Afrika sind. Der Entwicklungsarbeit ist das nicht anzukreiden, meint Volkmar Klein von der CDU/CSU-Fraktion.