Extraktive Industrien
 Der Wirtschaftsprofessor und ­frühere Finanzminister Mabi ­Mulumba ist skeptisch, was ­der Staat in Verhandlungen mit den Konzernen erreichen kann.

Jonas Gerding

Extraktive Industrien

Gezerre um die Metalle im Kongo

Von den Gewinnen aus den reichen Metallvorkommen der Demokratischen Republik Kongo kommt kaum etwas dem Land zugute. Die Regierung sagt, sie wolle das ändern – doch wie, ist nicht zu erkennen.

Gerne würde Papy Koleva die Strecke öfters fahren. Bezahlt wird er schließlich pro Tour und nicht für die Zeit, die er mit seinem LKW über die staubige Piste holpert. Aber in dem Zustand, in dem sich die euphemistisch so bezeichnete Nationalstraße 4 von Kisangani nach Beni in den Osten der Demokratischen Republik Kongo befindet, schafft es der 37-Jährige nur einmal im Monat hin und zurück. Für die 755 Kilometer lange Strecke brauche er mit seinem alten Mercedes-LKW vier Tage: zwei für die ersten 530 Kilometer bis nach Mambasa, dann habe er noch mehr zu kämpfen. „Da brauche ich mindestens zwei Tage“, sagt er. 

Es ist Samstag, er sitzt in einem Geschäftsviertel in Kisangani und sieht die Leute den Laderaum mit Getränkekisten und Gemüse beladen. Der Weg nach Beni wird ihn am Montag durch den Urwald führen. Wenn es regnet, verwandelt sich die Straße in Matsch. LKW-Fahrer wie er rufen immer wieder Männer der Umgebung herbei, die helfen, die Fahrzeuge heraus zu manövrieren. „Man muss Bretter suchen, sie dort verlegen, wo Reifen passieren können.“

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erschienen in Ausgabe 7 / 2022: Das Zeug für den grünen Aufbruch

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