Ecuador
 „Quito ohne Bergbau“ steht an der Wand: Waorani-Indigene in Ecuador protestieren 2021 gegen die ­Ölförderung am Amazonas.

picture alliance/dpa

Ecuador

Grundrechte für Bäume, Wasser und Tiere?

Ecuador hat 2008 als erstes Land Rechte der Natur in der Verfassung festgeschrieben. Doch der Rechtsweg zu einer intakten Umwelt ist lang.

Als Ecuador 2008 die „Rechte der Natur“ in die Verfassung aufnahm, runzelten viele Juristen die Stirn. Welche Rechte konnte so ein juristisch schwer fassbares Konstrukt wie die Natur haben – und vor allem, wer und wie sollte diese Rechte geltend machen? Die Vorbehalte waren nicht überraschend, gehören Juristen doch üblicherweise nicht zur progressiven Speerspitze einer Gesellschaft. Und die Rechte der Natur, für die sich in Ecuador vor allem indigene Abgeordnete eingesetzt hatten, waren ein Meilenstein weg vom Anthropozentrismus der christlich-westlichen Werte- und Rechtsvorstellung.

Auf der Welt gab es jedoch immer auch andere Weltbilder – nicht nur bei den indigenen Naturvölkern, sondern auch im Buddhismus oder im Hinduismus. In außereuropäischen Gesellschaften spielen Konzepte wie Harmonie und Gemeinschaft eine deutlich wichtigere Rolle als in Europa, wo sich mit der Aufklärung und der Industrialisierung der Individualismus und der lineare Fortschrittsglaube durchgesetzt haben. 

...

erschienen in Ausgabe 7 / 2022: Das Zeug für den grünen Aufbruch

Neuen Kommentar schreiben