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Kambodschas Zivilgesellschaft steht vor ihrem entscheidendsten Jahrzehnt seit der Zeit nach der Übergangsverwaltung der Vereinten Nationen in Kambodscha (UNTAC) Anfang der 1990er Jahre. Während sich das Land auf den für 2029 erwarteten Austritt aus der Gruppe der am wenigsten entwickelten Länder (LDCs) vorbereitet, steht die internationale Entwicklungsfinanzierung vor einem tiefgreifenden Wandel. Internationale Entwicklungsgelder haben das kambodschanische NGO-Ökosystem – also das Zusammenspiel von Organisationen, Finanzierungsmodellen und Kooperationen – seit 1991 maßgeblich geprägt.
Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) prognostiziert für 2025 einen Rückgang der weltweiten öffentlichen Entwicklungszusammenarbeit (Official Development Assistance, ODA) um 9–17 %. Diese Mittel waren bereits 2024 um 9 % gesunken. Große Geberländer wie die USA, Frankreich, Deutschland und Großbritannien haben zum ersten Mal seit fast 30 Jahren ihre Mittel der Entwicklungszusammenarbeit in zwei aufeinanderfolgenden Jahren gekürzt. Die Mittel in der bilateralen öffentlichen Entwicklungszusammenarbeit für die LDCs werden voraussichtlich um 13–25 % sinken. Auch die Mittel für Entwicklungszusammenarbeit im Gesundheitsbereich könnten gegenüber ihrem Höchststand von 2022 um bis zu 60 % zurückgehen. Diese Prognosen unterstreichen die Schwere der Mittelkürzungen, mit der Länder wie Kambodscha konfrontiert sind. Denn diese globalen Entwicklungen sind keine abstrakten Trends: Sie verändern bereits jetzt die Arbeitsbedingungen für kambodschanische NGOs.

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