Wer, wo, was?

Personalia
UN-Generalsekretär António Guterres hat die US-Diplomatin Tressa Rae Finerty zur neuen stellvertretenden UN-Hochkommissarin für Flüchtlinge (UNHCR) ernannt und damit der US-Regierung eine Absage erteilt. Die Mitgliedsländer des Entwicklungsausschusses (DAC) der OECD haben den Schweizer Diplomaten Thomas Gass zu ihrem neuen Vorsitzenden gewählt. Der Deutsche Afrika-Preis 2026 geht nach Kenia. Unsere Personalmeldungen im Oktober.

Wie António Guterres einmal Donald Trump ausstach 

UN-Generalsekretär António Guterres hat die US-Diplomatin Tressa Rae Finerty (Foto) zur neuen stellvertretenden UN-Hochkommissarin für Flüchtlinge (UNHCR) ernannt und damit der US-Regierung eine Absage erteilt. US-Präsident Trump hatte einen seiner Anhänger für den Posten vorgeschlagen, Simon Hankinson, der bei der konservativen Heritage Foundation zu Grenzsicherung und Einwanderung arbeitet. Traditionell haben die USA das Vorrecht, den stellvertretenden UNHCR-Leiter zu benennen. Die Regierung ignorierte aber Guterres‘ Aufforderung, neben Hankinson zwei weitere Kandidaten vorzuschlagen, darunter mindestens eine Frau. Gleichzeitig bewarb sich Finerty auf eigene Faust um den Posten, nachdem das US-Außenministerium sie bei der Auswahl ignoriert hatte. Das Flüchtlingswerk UNHCR führte mit beiden Bewerbungsgespräche und entschied sich für Finerty. 
Simon Hankinson gilt als scharfer Kritiker einer liberalen Flüchtlings- und Migrationspolitik und Verfechter der ausländerfeindlichen Politik der Trump-Regierung. Aus dem diplomatischen Dienst schied er freiwillig aus, wie er in einem Interview bekannte, wegen der „Besessenheit“ der Regierung von Trumps Vorgänger Joe Biden mit „Identitätspolitik, Diversität, Gleichheit und Inklusion“. Tressa Rae Finerty scheint da deutlich besser qualifiziert für den UNHCR: Sie war vorher unter anderem Geschäftsführerin der US-Mission bei den Vereinten Nationen in Genf.

 

Ein Schweizer leitet den OECD-Entwicklungsausschuss 

Die 34 Mitgliedsländer des Entwicklungsausschusses (DAC) der OECD haben den Schweizer Diplomaten Thomas Gass zu ihrem neuen Vorsitzenden gewählt. Er folgt auf den Dänen Carsten Staur und tritt seine vierjährige Amtszeit im Januar 2027 an. Gass leitet seit 2023 die Schweizer Botschaft in Vietnam. Von 2018 bis 2022 war er Vizedirektor und Chef der Bilateralen Zusammenarbeit bei der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) in Bern. Davor war er Assistant Secretary-General im UN-Generalsekretariat in New York und dort unter anderem für die Verhandlungen zur Agenda 2030 und zu den UN-Nachhaltigkeitszielen zuständig. Von 2019 bis 2022 war Gass außerdem stellvertretender Vorsitzender der Global Partnership for Effective Development Cooperation. OECD-Generalsekretär Mathias Cormann sagte nach der Wahl von Gass, in Zeiten, in denen die Entwicklungszusammenarbeit zunehmend unter Druck gerate, werde die Erfahrung von Gass dem DAC helfen, „neue Partnerschaften einzugehen, wirksame Lösungen voranzubringen und die internationale Zusammenarbeit für eine nachhaltige Entwicklung stärken“.

Informationsstelle Südliches Afrika ISSA

Die Informationsstelle Südliches Afrika, die unter anderem die Zeitschrift „afrika süd“ herausgibt, hat einen neuen Vorstand: Zum 1. Vorsitzenden wurde Klaus Thüsing gewählt, Richard Ratka zu seinem Stellvertreter. Drittes Vorstandsmitglied ist Christian Gyamfi.

Weltgesundheitsorganisation WHO 

Der indonesische Gesundheitsminister Budi Gunadi Sadikin bewirbt sich um den Posten des Direktors der WHO.

Der indonesische Gesundheitsminister Budi Gunadi Sadikin bewirbt sich um den Posten des Direktors der WHO. Damit waren wenige Wochen vor dem Ende der Bewerbungsfrist am 24. September insgesamt zwei Kandidaten und zwei Kandidatinnen im Rennen – neben Budi der Belgier Hans Kluge, Hanan Mohammed Al-Kuwari aus Katar und Hanan Balkhy aus Saudi-Arabien.

 

 

 

KfW Entwicklungsbank

Nach 32 Jahren bei der KfW Entwicklungsbank, seit 2019 als Bereichsleiter, ist Stephan Opitz Ende August in den Ruhestand gegangen. Sein Nachfolger ist Olaf Zymelka, zuletzt Bereichsleiter Unternehmensentwicklung und Finanzen in der Deutschen Investitions- und Entwicklungsgesellschaft DEG.

Der Deutsche Afrika-Preis 2026 geht nach Kenia 

Der Deutsche Afrika-Preis geht dieses Jahr an die kenianische Ernährungsexpertin und Sozialunternehmerin Wawira Njiru. Die Deutsche Afrika-Stiftung würdigt damit ihren Ansatz, Schulernährung als Teil wirtschaftlichen Handelns neu zu denken. Mit ihrem 2012 gegründeten Sozialunternehmen Food4Education (F4E) arbeitet die 35-Jährige mit Familien, Schulen, Kleinbäuerinnen und Kleinbauern sowie Regierungen daran, landesweit die Schulernährung mit lokaler Lebensmittelproduktion, Beschäftigung und wirtschaftlicher Entwicklung zu verbinden. „Wawira Njiru zeigt, dass Schulernährung weit mehr sein kann als die Bereitstellung von Mahlzeiten. Mit Food4Education hat sie ein System geschaffen, das Kinder erreicht, Familien einbindet und lokale Wirtschaftskreisläufe stärkt“, sagte Jurypräsident Claus Stäcker, der die Afrika­programme der Deutschen Welle leitet. 
Was mit der Zubereitung von Mahlzeiten für 25 Schulkinder begann, erreicht heute mehr als 660.000 Kinder an über 1900 Schulen in Kenia. Inzwischen seien bereits mehr als 200 Millionen Mahlzeiten ausgegeben worden, heißt es in der Pressemitteilung der Deutschen Afrika-Stiftung. Vier Fünftel der von F4E ausgegebenen Lebensmittel stammen von Kleinbauern. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 6000 Menschen, vor allem Frauen. Preisträgerin Wawira Njiru sagt: „Lange Zeit wurde Schulernährung als Wohltätigkeit betrachtet. Wir haben bewiesen, dass sie wirtschaftliche Infrastruktur ist. Was wir in Kenia aufgebaut haben, zeigt, was möglich ist, wenn afrikanische Lösungen an unseren eigenen Realitäten ausgerichtet sind und so entwickelt werden, dass sie im großen Maßstab funktionieren.“
Wawira Njiru erhält den Preis am 4. November in Berlin aus den Händen von Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali Radovan.

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erschienen in Ausgabe 5 / 2026: Weltpolitik wohin?
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