The Commanders Emergency Response Program in Afghanistan

Gregory Johnson, Vijaya Ramachandran, Julie Walz
The Commanders Emergency Response Program in Afghanistan.
Refining U.S. Military Capabilities in Stability and In-Conflict Development Activities

Center for Global Development,
Working Paper 265, September 2011, 33 Seiten,
www.cgdev.org


Sollen Soldaten Entwicklungshilfe leisten? Besser nicht, argumentieren Hilfsorganisationen aus Deutschland seit vielen Jahren. Sie tun es doch längst, entgegnet das Washingtoner Center for Global Development in einer neuen Studie – und plädiert deshalb mit typisch angelsächsischem Pragmatismus dafür, das Militär für diesen neuen Job besser auszubilden und auszurüsten. Das Papier zeigt, wie stark die US-Armee am Wiederaufbau von Afghanistan beteiligt ist. Demnach werden über 60 Prozent der US-amerikanischen Aufbauhilfe für das Land am Hindukusch vom Verteidigungsministerium abgewickelt; auf die Entwicklungshilfeagentur USAID entfallen nicht einmal 20 Prozent.

Begonnen hat diese Entwicklung nach dem Ende des Kalten Kriegs, ein wichtiger Meilenstein war die Nationale Sicherheitsstrategie von 2002 unter dem Eindruck der Anschläge vom 11. September. Darin nannte die US-Regierung die drei Bereiche Entwicklung, Diplomatie und Verteidigung als gleichermaßen wichtig für die Sicherheit der USA. Seitdem hat das US-Verteidigungsministerium immer mehr entwicklungspolitische Aufgaben übernommen und zu diesem Zweck das so genannte Commander’s Emergency Response Program aufgestellt, das inhaltlich etwa der zivil-militärischen Zusammenarbeit (CIMIC) der Bundeswehr entspricht.

Man müsse sich mit dieser neuen Rolle des Militärs abfinden, schreiben die Autorinnen der Studie – und wohl auch damit, dass US-amerikanische Regierungen in absehbarer Zeit eher bei den zivilen Hilfsagenturen wie USAID sparen werden als beim Pentagon. Sie machen deshalb Vorschläge, wie die zivile Hilfe der US-Army verbessert werden könnte. Ein Problem sei, dass das Militär und USAID-Helfer häufig das Gleiche tun und sich gegenseitig Konkurrenz machen. Die Autorinnen ziehen sich hier auf die Allerweltsempfehlung „mehr Abstimmung“ zurück – und plädieren ansonsten erstaunlicherweise dafür, dass Soldaten entwicklungspolitisch besser ausgebildet werden, um ihre Einsatzmöglichkeiten noch weiter auszudehnen. Ein Tipp lautet, das Militär solle sich enger mit zivilen Hilfsorganisationen austauschen und von diesen lernen – ein Ansinnen, das in Deutschland vermutlich auf erhebliche Skepsis stoßen würde.


(ell)

 

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erschienen in Ausgabe 11 / 2011: Nigeria: Besser als sein Ruf
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