Evaluierung der Paris-Erklärung

Bernard Wood u.a.
The Evaluation of the Paris Declaration
Phase 2. Final Report

Copenhagen, May 2011, 88 Seiten
www.evaluation.dk

Die Studie geht der Frage nach, inwieweit die Paris-Erklärung über eine wirksamere Entwicklungshilfe von 2005 die Bemühungen der Geber und ihrer Partnerländer tatsächlich verbessert hat. Ein Ergebnis der Gutachter ist, dass es eine Kluft gibt zwischen dem internationalen Aid-Eff ectiveness-Zirkus im Entwicklungsausschuss der OECD, den Chefetagen der Geberagenturen und den entwicklungspolitischen Denkfabriken sowie der Praxis in den Entwicklungsländern.

Auf internationaler Ebene werden am laufenden Band Studien, Analysen und Konzepte produziert. Dazu kann man auch die vorliegende Evaluation zählen, die ein Team von Gutachtern aus aller Welt für die OECD erstellt hat. Die Autoren fordern indes, dass die Bemühungen für eine wirksamere Hilfe viel stärker auf die Arbeit in den armen Ländern konzentriert werden muss. Die internationale „Superstruktur“ der Standardisierung, Analyse und Kontrolle der Wirksamkeit von Entwicklungshilfe müsse „weniger behindernd und mehr nutzbringend“ sein. Diesen Anspruch erfüllt die Evaluation immerhin. Sie benennt die Fortschritte seit 2005, weist aber auch ziemlich klar auf die Mängel bei der Umsetzung der Paris-Erklärung hin. In den vergangenen zwanzig Jahren sei die internationale Entwicklungshilfe deutlich transparenter geworden. Sie werde heute weniger einseitig von den Gebern bestimmt als früher, und dazu habe in jüngerer Vergangenheit auch die Paris-Erklärung beigetragen. Aber vor allem den Regierungen und Hilfsagenturen der Geberländer werfen die Gutachter Reformmüdigkeit vor. Von Abstimmung untereinander sowie Anpassung an Strukturen der Partnerländer, wie von der Paris-Erklärung gefordert, sei vielerorts wenig zu spüren. Ebenso wenig von der Bereitschaft der Geber, Risiken einzugehen und gemeinsam mit ihren Partnern Verantwortung für ein mögliches Scheitern innovativer Ansätze zu übernehmen.

Den Regierungen der Entwicklungsländer raten die Gutachter, nicht auf die Geber zu warten, sondern das Heft selbst in die Hand zu nehmen und auf Reformen zu drängen. Das setzt natürlich voraus, dass sie selbst ein Interesse an einer wirksameren Hilfe haben, was häufig leider nicht der Fall ist. Damit sich keiner aus der Verantwortung stiehlt oder Geber und Empfänger sich gegenseitig gute Zeugnisse ausstellen, empfiehlt die Studie den Einsatz unabhängiger Gutachter. Sie sollen kontrollieren, inwieweit die Paris-Erklärung in der Praxis beachtet wird.

(ell)

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