Indien
Die Wirtschaft wächst, doch die Zahl der Hungernden sinkt nicht. Der Staat steuert gegen: Arme Inder haben jetzt einen gesetzlich verbrieften Anspruch auf billigen Reis. Könne sie damit ihre Teller und Mägen füllen?
Manche Inder sterben lieber, als einem Tier etwas zuleide zu tun oder es gar zu verspeisen. Andere essen möglichst viel Fleisch, als gelte es, etwas aufzuholen.
Indien setzt auf Kernkraft: Neue Meiler sollen die Energieversorgung des Landes sichern, nun ist auch das umstrittene Atomkraftwerk Kudankulam im Bundesstaat Tamil Nadu in Betrieb gegangen. Kritik an diesem Kurs wird von der Regierung rabiat unterdrückt.
Die größte Demokratie der Welt – so sieht das offizielle Indien sich gern. Doch die Regierung geht zunehmend drastisch gegen Organisationen vor, die gegen das „öffentliche Interesse“ verstoßen.
Geringes Selbstvertrauen und wenig Hoffnung, an der eigenen Lage etwas ändern zu können – das hält viele Menschen in der Armutsfalle fest. Und wird in der Entwicklungshilfe zu wenig berücksichtigt.
Tausende Menschen erinnern in Indien an die junge Frau, die vor einem Jahr in einem Bus vergewaltigt wurde. Die Gewalt gegen Frauen ist das Ergebnis einer sexistischen Männergesellschaft. Allein mit neuen Gesetzen lässt sich das Problem nicht lösen. Auch die Männer müssen sich ändern.
In Brasilien, Indien und China wächst die Wirtschaft schnell. Entwicklungsexperten sehen eine Machtverschiebung von Nord nach Süd. Brauchen die Schwellenländer noch Hilfe im Kampf gegen die Armut? Kirchliche Hilfswerke suchen nach neuen Konzepten.
Enwicklungsminister Gerd Müller hat Anfang Februar in Indien ein Abkommen über erneuerbare Energien unterzeichnet. Die sind dort im Kommen: Solaranlagen lassen auch in Bergdörfern die Lichter angehen.
China, Brasilien, Indien, Mexiko – aufstrebende Wirtschaftsmächte gewinnen an Gewicht in der Zusammenarbeit mit Entwicklungsländern. Die alten Geber macht das nervös: Ihre neue Konkurrenz wird künftig die Regeln bestimmen.
Zwei tibetische Mönche in der chinesischen Provinz Sichuan haben sich aus Protest gegen die chinesische Besatzung selbst verbrannt. Autonomie für Tibet zu erreichen, darum kämpfen auch Exiltibeter in Indien. Ihr Kampf scheint jedoch aussichtslos.
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