Vom Softballspiel zur Frauenpower

Liebe Leserinnen und Leser,

in vielen Mayadörfern auf der mexikanischen Halbinsel Yucatán gelten klare Geschlechterrollen, nach denen Frauen ins Haus gehören. Doch das nehmen viele von ihnen nicht mehr einfach hin. Die Frauen in Hondzonot haben 2018 begonnen, regelmäßig Softball zu spielen. Zuerst ging es ihnen um Entspannung und eine Pause von der Hausarbeit. Nach und nach haben sie sich damit das Recht erstritten, Sport zu treiben und dafür auch in andere Dörfer und zu Turnieren zu reisen – und sie haben in Yucatán viele Nachahmerinnen gefunden. Das verändert die Geschlechterrollen und stärkt die Stellung der Mayafrauen, auch wenn die meisten weiter heiraten und einen Haushalt führen wollen. Laura Fornell hat die Frauen besucht und eine Reportage mit tollen Fotos von Oscar Espinosa mitgebracht. 

Anregende Lektüre wünscht

Neu auf welt-sichten

Zu spät, um noch zu helfen: Weil der deutsche Bundeshaushalt für 2025 erst im September verabschiedet worden ist, können viele nichtstaatliche Organisationen einen Teil des zugesagten Geldes für Entwicklungs- und Nothilfeprojekte nicht mehr nutzen, berichtet Marina Zapf.

Die Siegerin steht vorher fest: Im ostafrikanischen Tansania stehen Parlaments- und Präsidentschaftswahlen an. Viele Tansanier halten die für eine Farce, zumal der bekannteste Gegenkandidat der Präsidentin hinter Gittern sitzt und seine Partei zum Wahlboykott aufruft, schreibt Deodatus Mfugale.

Maulkorb per Verleumdungsklage: In der Schweiz klagen Konzerne immer häufiger gegen NGOs oder Journalisten, um sie einzuschüchtern. Dagegen haben Schweizer Organisationen eine Allianz gegründet, berichtet Meret Michel.

Unternehmer und für Kinderrechte: Bernhard Simon ist Vorsitzender des Verwaltungsrats im Logistikunternehmen Dachser, das Terre des Hommes unterstützt. Im Interview spricht er über die Zusammenarbeit, erzählt von seiner Zeit in der Entwicklungszusammenarbeit und äußert sich zu Klimaschutzmaßnahmen im Verkehr. 

Was Sie verpasst haben könnten

Verboten und doch weiter üblich: In Ägypten wird die Verstümmelung der weiblichen Genitalien mit Gefängnis bestraft, aber acht von zehn Frauen sind „beschnitten“. Monika Bremer hat bei Tätern, Opfern und Fachleuten nachgeforscht, wie das sein kann und was dagegen helfen würde.

Große kleine Weltorganisation: Zu ihrem 80. Jubiläum wirken die Vereinten Nationen schwächer denn je. Aber auch wenn sie Kriege nicht beenden können: Ohne sie wäre die Welt ein noch düsterer Ort, kommentiert Tillmann Elliesen

Noch immer interessant

Zu Recht geehrt: Einer der vier Preisträger des diesjährigen alternativen Nobelpreises (Right Livelihood Award) sind die „Emergency Response Rooms“ im Sudan. Im brutalen Krieg dort versuchen die Nachbarschaftsgruppen, Menschen mit dem Nötigsten zu versorgen. Wie sie das tun, wie schwierig und wie wichtig es ist, ist in unserem Bericht von vor einem Jahr nachzulesen.

Buchtipp

Austausch zweier Engagierter: Der mexikanische Aktivist Saúl Alvídrez hat 2017 den US-Publizisten und Sprachwissenschaftler Noam Chomsky mit dem früheren Staatspräsidenten Uruguays, José (Pepe) Mujica, zusammengebracht und daraus ein Buch gemacht. Ihr intensiver Gedankenaustausch hat bemerkenswerte gesellschaftspolitische Visionen und persönliche Erkenntnisse ergeben, findet Jürgen Schübelin.

Aus unserem Partnernetzwerk

Wir kooperieren mit anderen Organisationen, die sich mit Ländern und Themen des globalen Südens beschäftigen. Auf unserer Startseite im Kasten „Aus unserem Partnernetzwerk“ finden Sie Hinweise auf aktuelle Meldungen und Artikel unserer Partner. Jetzt zum Beispiel: Das Magazin Südostasien erinnert an die Gewalt gegen Frauen, die im Zweiten Weltkrieg japanische Soldaten verübt haben, und die Infostelle Peru berichtet über steigende Goldexporte aus Peru und die Folgen für Umwelt und Menschen. Schauen Sie mal rein!

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