Organisationen: EU-Lieferkettengesetz soll kleine Firmen umfassen

Brüssel - Das geplante EU-Lieferkettengesetz soll nach dem Willen zivilgesellschaftlicher Organisationen auch für kleinere und mittlere Unternehmen gelten. Nicht immer richteten größere Firmen auch den größeren Schaden an, heißt es in einem am Dienstag online vorgestellten Papier von Oxfam, Global Witness, Amnesty International und sieben weiteren Organisationen. Als Beispiel nennen sie die Textilbranche, wo viele kleine und mittlere EU-Unternehmen mit weltweiten Lieferketten verknüpft seien.

Afrikabeauftragter Nooke fordert zusätzliche Impfdosen für Afrika

Berlin - Vor dem Hintergrund der in Südafrika entdeckten Omikron-Variante des Coronavirus dringt der scheidende Afrikabeauftragte der Bundesregierung, Günter Nooke (CDU) auf die Lieferung zusätzlicher Impfdosen für Afrika. Um die aktuelle Pandemie-Welle zu brechen, müssten auch für Afrika genügend Impfdosen bereitgestellt werden, sagte er dem „RedaktionsNetzwerk Deutschland“ (Dienstag): „Da muss noch einmal ordentlich etwas draufgelegt werden.“

Afrikanische Union wünscht mehr Verlässlichkeit bei Impfstoffspenden

Berlin - Unregelmäßige Lieferungen und Impfstoff mit geringer Haltbarkeit machen afrikanischen Ländern die Planung ihrer Corona-Impfkampagne schwer. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO), die Impfallianz Gavi, die Afrikanische Union (AU) und andere Organisationen beklagten in einer am Montag veröffentlichten gemeinsamen Erklärung, dass zwar millionenfach Impfdosen gespendet und geliefert worden seien. Allerdings seien die meisten kurzfristig geliefert worden und hätten eine geringe Haltbarkeitsdauer.

Botsuana: Gericht kippt Verbot von gleichgeschlechtlichem Sex

Frankfurt a.M./Gaborone - Ein Gericht in Botsuana hat die Rechte von Homosexuellen gestärkt. Das Berufungsgericht in der Hauptstadt Gaborone erklärte die Artikel, in denen gleichgeschlechtlicher Sex verboten wird, für verfassungswidrig, wie die Organisation für Lesben, Schwule und Bisexuelle Menschen in Botsuana (Legabibo) am Montag mitteilte. Das Gericht entschied, dass ein solches Verbot unter anderem die Rechte auf Privatsphäre und auf Schutz vor Diskriminierung verletzt.

Kandidatin der Linken führt bei Präsidentschaftswahlen in Honduras

Mexiko-Stadt/Tegucigalpa - Bei den Präsidentschaftswahlen in Honduras zeichnet sich ein Sieg der Linkskandidatin Xiomara Castro ab. Nach Auszählung von mehr als einem Drittel der Stimmen konnte Castro von der Partei Libre nach Angaben des Nationalen Wahlrats (CNE) vom Sonntagabend (Ortszeit) über 53 Prozent der Stimmen für sich verbuchen. Für Nasry Asfura, der für die regierende konservative Partido Nacional antrat, stimmten 34 Prozent der Wählerinnen und Wähler. Sollte sich die Tendenz bestätigen, würde mit Castro erstmals eine Frau das oberste Staatsamt in Honduras antreten.

Völkermord an Rohingya: Argentinische Justiz eröffnet Verfahren

London/Buenos Aires - Ein Gericht in Argentinien hat entschieden, ein Verfahren wegen Völkermordes an den verfolgten Rohingya aus Myanmar zu eröffnen. Das teilte die Exilgruppe „Burmese Rohingya Organisation UK“ (Brouk) am Sonntag in London mit. Als Hauptverantwortliche werden den Angaben zufolge Myanmars Militärs genannt. Brouk wertete die Entscheidung der argentinischen Richter als „historisch“. Ermöglicht wird diese durch das Prinzip „universeller Rechtsprechung“.

Impfstoffe: Ugandischer Menschenrechtler droht Deutschland mit Klage

Berlin - Der ugandische Menschenrechtsaktivist Mulumba Moses hat eine Freigabe der Patente auf Corona-Impfstoffe bei der deutschen Bundesregierung beantragt. Sollte sich die Bundesregierung bei der Welthandelsorganisation (WTO) nicht für eine Aussetzung des Patentschutzes einsetzen, müsse sie mit einer Klage rechnen, teilten die Hilfsorganisation Medico International und das Europäische Zentrum für Verfassungs- und Menschenrechte (ECCHR) am Freitag in Berlin mit.

Lübeck will freiwillig afrikanische Objekte zurückgeben

Lübeck - Die Lübecker Völkerkundesammlung will freiwillig 26 afrikanische Objekte nach Namibia und Äquatorialguinea zurückgeben. Die Initiative sei von Lübecker Seite ausgegangen, teilte die Hansestadt am Freitag mit. Damit würden erstmalig in der deutschen Museumslandschaft Objekte aus kolonialem Zusammenhang unaufgefordert zurückgegeben. „Wir bedauern das Unrecht, das damals geschehen ist“, sagte Bürgermeister Jan Lindenau (SPD). Die endgültige Entscheidung trifft die Bürgerschaft Ende Januar 2022. Dann sollen die Verhandlungen mit den afrikanischen Partnern beginnen.

Honduras: Wahlen am Sonntag könnten politischen Wandel bringen

Mexiko-Stadt/Tegucigalpa - Bei den Präsidentschaftswahlen in Honduras am Sonntag könnte sich erstmals seit zwölf Jahren die Opposition gegen die konservative Partido Nacional (PN) durchsetzen. Umfragen zufolge führt die Kandidatin der linken Partei Libre, Xiomara Castro, gegen den PN-Anwärter Nasry Asfura. Dem Institut für Studien für die Demokratie zufolge wolle 38 Prozent der Honduraner Castro wählen, während sich nur 21 Prozent für Asfura entscheiden würden. Damit könnte in dem mittelamerikanischen Land eine neue Ära beginnen.

2.400 Ortskräfte deutscher Entwicklungsarbeit noch in Afghanistan

Berlin - Drei Monate nach dem endgültigen Abzug internationaler Truppen harren Tausende afghanische Ortskräfte deutscher Institutionen noch immer in Afghanistan aus. Wie aus der Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine schriftliche Frage der Linken-Abgeordneten Sevim Dagdelen hervorgeht, sind darunter rund 2.400 aktive und ehemalige Ortskräfte der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Zwischen Ende August und dem 7. November sind den Angaben zufolge indes 456 Ortskräfte in Deutschland eingereist.

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