Standpunkte
Nach dem Hamas-Massaker vor drei Jahren und dem Krieg in Gaza seither herrscht in Israel weitgehend Konsens, dass der Staat auf Gewalt und Stärke setzen muss. Abkommen werden als Zeichen von Schwäche gesehen, meint der israelische Politologe José Brunner.
Globale Krisen, Mittelkürzungen, Angriffe auf Menschenrechte: Die Herausforderungen für Hilfswerke sind enorm. Wer Hierarchien abbaut und Verantwortung mit Partnern teilt, kann darauf rascher und flexibler reagieren, meint Bernd Nilles, Geschäftsleiter von Fastenaktion.
Die UN-Mission in Libyen hat Ende August eine Einigung zwischen den zwei rivalisierenden Regierungen dort zustande gebracht. Dass die umgesetzt wird, ist aber kaum zu erwarten, kommentiert Bernd Ludermann.
Die Entwicklungszusammenarbeit nutzt der Exportwirtschaft, heißt es in einer neuen Studie. Die KfW streut das Papier, will aber auch irgendwie nichts damit zu tun haben. Die Zweifel sind berechtigt, findet Tillmann Elliesen.
Demokratie braucht eine lebendige Zivilgesellschaft. Globales Lernen trägt dazu bei und stärkt nicht nur Kinderrechte, meint Katrin Weidemann, Vorsitzende der Kindernothilfe.
UN-Länderfonds sollen mehr humanitäre Hilfe direkt an lokale Organisationen leiten. Doch die UN und große Hilfswerke halten sich nicht daran. Wollen sie die Machtverhältnisse in der internationalen Hilfe überhaupt verändern, fragt sich KAM Morshed von der NGO BRAC in Bangladesch.
Die für die Förderung des Privatsektors zuständige Weltbanktochter IFC hat mit ihren Mikrofinanzprojekten in Kambodscha Schaden angerichtet, sagt die hauseigene Ombudsstelle. Die IFC-Leitung weist das zurück. Das ist inakzeptabel.
Kriege, Machtpolitik und die Erosion des Völkerrechts prägen die internationale Politik zunehmend. Das bedroht humanitäre Errungenschaften und macht Entwicklungszusammenarbeit gerade jetzt unverzichtbar.
Ohne Ergebnis hat die jüngste Staatenkonferenz zum Atomsperrvertrag geendet. Das ist ein düsteres Zeichen, aber besser als der dort angepeilte faule Kompromiss, meint Bernd Ludermann.
Deutschland hat es vorgemacht, andere EU-Länder ziehen nach: Sie wollen mit den Taliban zusammenarbeiten, um leichter Afghanen abschieben zu können. Damit legitimieren sie das Regime in Kabul und lassen die Afghanen im Stich, die an ihrer Seite für Demokratie gekämpft haben.
Unterstützen Sie unseren anderen Blick auf die Welt!
