Gesundheit: Viel hilft nicht viel

Melisa Martínez Álvarez, Arnab Acharya
Aid Effectiveness in the Health Sector
UNU-WIDER Working Paper No. 2012/69,
August 2012, 41 Seiten,
www.wider.unu.edu/publications

Die Geber zeigen sich großzügig bei der Gesundheitsversorgung in ärmeren Ländern: Zwischen 1990 und 2011 hat sich die Entwicklungshilfe für diesen Bereich auf 27,7 Milliarden US-Dollar mehr als verfünffacht. Was das bringt, haben zwei Wissenschaftler im Auftrag der Universität der Vereinten Nationen untersucht. Melisa Martínez Álvarez und Arnab Acharya von der Londoner Hochschule für Hygiene und Tropenmedizin rekapitulieren diverse Untersuchungen und eine Menge Literatur zur Wirksamkeit von Entwicklungshilfe im Gesundheitsbereich. Wenig überraschend ergibt sich ein gemischtes Bild – manche Projekte funktionieren gut, andere scheitern. Hinderlich sind danach – ebenfalls wenig überraschend – die Verteilung der Finanzmittel (HIV/Aids-Projekte und -Programme etwa werden überproportional gefördert), die große Zahl unterschiedlicher Geber mit ihren jeweiligen Vorlieben und Vorschriften sowie Probleme bei der Rechenschaftslegung und beim Informationsfluss. Interessanter ist im Papier die abschließende Diskussion: Hier weisen die Autoren auf die kommende Bedeutung von Dreieckskooperationen hin, also etwa die deutsche Unterstützung für den Transfer brasilianischer Aids-Programme in andere Länder Lateinamerikas oder die Schulungen von Gesundheitspersonal im Niger, die Italien und Tunesien gemeinsam verantworten. Zu solchen Kooperationen gibt es bislang noch kaum Wirksamkeitsstudien, aber auf die kann man gespannt sein. (gka)

erschienen in Ausgabe 10 / 2012: Spuren des Terrors

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