Thailand sucht den Superbauern

Verkappte Werbung für Agrarchemie oder sinnvolle Aufklärung von Reisbauern? Eine mit deutscher Entwicklungshilfe geförderte Fernsehshow sorgt für Gesprächsstoff.

Seit Anfang Oktober läuft im thailändischen Fernsehen eine wöchentliche Reality-Show, in der zwei Teams Quizfragen zum Reisanbau beantworten müssen. Das Bundesentwicklungsministeriums (BMZ) fördert das Programm im Rahmen der German Food Partnership(GFP). Das Ziel, der bei nichtstaatlichen Hilfsorganisationen umstrittenen Partnerschaft ist es, die Privatwirtschaft für den Kampf gegen den Hunger zu gewinnen. Partner in Thailand ist der Chemieriese BASF.

Laut BMZ geht es in der Fernsehshow mit dem Titel „Farmers love safety“ darum, die Bauern über den sachgemäßen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu informieren. Das Format der Show sei „ein etabliertes Instrument des Thailändischen Bildungsfernsehens“, heißt es aus dem Ministerium. Die Hilfsorganisation Oxfam indes kritisiert, das Programm propagiere einseitig eine auf Pestizide setzende Landwirtschaft. Da die Sendung mit öffentlichem Geld gefördert werde, „sollten umweltfreundliche Alternativen gezeigt werden, die mit wenig oder ganz ohne Pestizide auskommen“, sagt Marita Wiggerthale, die Oxfam-Referentin für Welternährung. Das BMZ habe zugesagt, dass das ein Ziel der German Food Partnership sei.

Das Ministerium verweist darauf, dass der nicht fachgerechte Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ein „wesentlicher Engpass zur ökologisch und wirtschaftlich nachhaltigen Entwicklung“ des Reisanbaus in Thailand sei. Die Show sei Teil eines „breiten Ansatzes zur Ausbildung von Bäuerinnen und Bauern“, der sowohl konventionelle als auch ökologische Verfahren zur Steigerung von Qualität und Erträgen umfasse.

Finanziert wird die Fernsehshow laut BMZ zu 70 Prozent von BASF, 20 Prozent kommen von der thailändischen Regierung und lokalen Unternehmen, darunter Hersteller von Schutzhandschuhen und Masken. Die restlichen zehn Prozent steuert das BMZ bei. Das Siegerteam erhält einen Einachstraktor im Wert von umgerechnet 2400 Euro. (ell)

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