Wechsel bei Brot für alle
Wechsel bei Brot für alle

Hunger, Wut und Wandel

Beat Dietschy, Geschäftsführer von Brot für alle, geht in den Ruhestand. Bei seiner Verabschiedung in Bern fand er deutliche Worte.

Er sei „sehr dankbar, dass ich meine berufliche Zeit mit einer Gemeinschaftsarbeit an einem wirklich vitalen Thema abschließen darf“, sagte Beat Dietschy, der in Pension geht. Der heute 65-jährige Theologe war 2003 zu Brot für alle gestoßen und übernahm 2006 die Geschäftsleitung der Entwicklungsorganisation der reformierten Kirchen der Schweiz. Brot für alle verfolge eine Strategie des Wandels, rief Beat Dietschy auf der Tagung in Erinnerung. Doch es sei wichtig, sich darüber klar zu werden, welchen Wandel man wolle. Die Nachhaltigkeitsagenda der Vereinten Nationen gebe einen möglichen Entwicklungspfad vor. Dabei gehe es um ein grundsätzliches Umdenken bei den Produktions- und Konsumweisen.

Diese „globale Herausforderung par excellence“ könne aber nur durch einen kulturellen Wandel gelingen, „der so grundlegend ist, dass er die Tiefenschichten und das Ganze der Gesellschaft erfasst“, sagte Dietschy. Betroffen sei auch die Wirtschaft: „Wir müssen eine Abkehr von dem wachstumstrunkenen ‚Immer mehr‘ schaffen.“ Wenn es darum gehe, die Balance zu finden und Pfade zu lebensfördernden Zivilisationen einzuschlagen, „können wir einiges von anderen Kulturen lernen“, betonte Dietschy, der mehrere Jahre in Peru gelebt und in Lateinamerika die Werte des „Buen vivir“ – des guten und gerechten Zusammenlebens – kennen und schätzen gelernt hat.

Dietschys Nachfolge als Geschäftsleiter von Brot für alle übernimmt der 44-jährige Bernard DuPasquier. Der Theologe leitete bisher den Bereich Kooperationsgemeinschaft und Qualitätssicherung. DuPasquier betonte die Notwendigkeit eines grundlegenden Wandels in der weltweiten Landwirtschaftspolitik. „Es bleibt ein wichtiges Ziel, den Kleinbäuerinnen und Kleinbauern bessere Lebensbedingungen zu ermöglichen.“ Denn diese erwirtschafteten mit nur 30 Prozent der landwirtschaftlichen Ressourcen 70 Prozent der Nahrung.

erschienen in Ausgabe 10 / 2015: Gesundheit: Ohne Fachkräfte geht es nicht

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