Ecuador
Indigene aus Ecuador erläutern in Toronto, warum sie Chevron in Kanada verklagen.  
Ecuador

Die Opfer vor Gericht gezerrt

Der US-Konzern Chevron ist rechtskräftig verurteilt, für Umweltschäden in Ecuador eine hohe Entschädigung zu zahlen. Doch bisher können die Kläger ihr Recht auf das Geld nicht durchsetzen

Donald Moncayo schwingt die Machete. Auf der Grünfläche am Rand der Kleinstadt Lago Agrio im Amazonasgebiet von Ecuador schlägt der Umweltaktivist Pflanzen und Gestrüpp nieder. „Wir befinden uns auf dem Gelände des Ölfelds Lago Agrio 1“,  sagt er. „Die erste Probebohrung fand am 17. Februar 1967 statt. Das Öl sprudelte damals 170 Meter hoch und alle haben darin gebadet.“

Heute befindet sich an der Stelle eines von fast 900 Erdbecken im Amazonasgebiet. Manche von ihnen sind so groß wie ein Fußballfeld. Sie dienten der Ölfirma Texaco als Müllhalden, in die giftige Abfallstoffe wie Reste von Schweröl und Chemikalien abgeladen wurden: ohne Schutz oder Sicherung. Die Giftstoffe drangen direkt in den Boden und wurden über Ablaufrohre in die umliegenden Flüsse und Gewässer geleitet. „Das Unternehmen wollte einfach Geld sparen“, sagt Moncayo. Er ist überzeugt, dass den Verantwortlichen bekannt war, welche Schäden für Menschen und Umwelt sie in Kauf nahmen.

...

erschienen in Ausgabe 9 / 2018: Drang nach Schönheit

Neuen Kommentar schreiben