Personalia im Oktober
Personalia im Oktober

Wer, wo, was?

Mathias Mogge wird neuer Generalsekretär der Welthungerhilfe, Dirk Messner wechselt zur Universität der Vereinten Nationen und Rotationen in den KfW-Büros: Unsere Personalmeldungen im Oktober.

Mathias Mogge Barbara Frommann/ Welthungerhilfe
Die Welthungerhilfe hat seit September einen neuen Generalsekretär. Der Agraringenieur und Umweltwissenschaftler Mathias Mogge übernimmt den Posten von Till Wahnbaeck, der nach gut drei Jahren die Welthungerhilfe auf eigenen Wunsch verlässt. Der 54-jährige Mogge ist schon seit mehr als 20 Jahren für die Hilfsorganisation tätig, seit 2010 als Mitglied des Vorstands, davor unter anderem als Leiter der Fachgruppe Wissen, Innovation und Beratung und in mehreren Ländern West- und Zentralafrikas.

Mogge rückt an die Spitze der Welthungerhilfe zu einer Zeit, in der die Zahl hungernder Menschen weltweit wieder steigt. Seine Organisation werde als Reaktion darauf die Zusammenarbeit mit Partnern aus der Wissenschaft, anderen nichtstaatlichen Organisationen und staatlichen Stellen intensivieren, denn der Kampf gegen den Hunger sei „nur im Konzert mit anderen“ zu gewinnen. Zudem werde die Welthungerhilfe künftig politischer arbeiten und stärker die Ursachen von Hunger und Unterernährung angehen, etwa die ungerechte Landverteilung in vielen Ländern.

Mogge sieht Licht und Schatten im Kampf gegen den Hunger: In Südamerika habe sich die Lage verbessert, während die Aufgaben für die Welthungerhilfe in Ländern des Nahen Ostens und in einigen afrikanischen Ländern gewachsen seien. Afrika südlich der Sahara sieht Mogge zwiespältig. Auf der einen Seite sei der Kontinent  auf einem vielversprechenden Weg. Die Bevölkerung in vielen Ländern dort sei selbstbewusster geworden und dränge auf gute Regierungsführung. „Die Afrikaner nehmen ihr Schicksal stärker als früher in die eigenen Hände“, sagt Mogge. Auf der anderen Seite nehme der Hunger wieder zu.

Motivation für seine Aufgabe zieht Mogge aus der Erfahrung, „dass man mit Entwicklungszusammenarbeit etwas verändern kann – gerade in einer nichtstaatlichen Organisation“. Mit Blick auf die Entwicklungspolitik der Bundesregierung und der Europäischen Union sagt Mogge, es dürfe nicht nur um die Abwehr von Migration und um die Förderung von Investitionen aus Europa gehen. Migration müsse als Chance begriffen werden, und gefördert werden sollte vor allem die Wirtschaft in Afrika.

Dirk Messner verlässt das DIE

Dirk Messner DIE
Der langjährige Direktor des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik (DIE), Dirk Messner, übernimmt zum 1. Oktober die Leitung des Institutes für Umwelt und menschliche Sicherheit der Universität der Vereinten Nationen in Bonn. Messner steht seit 2003 an der Spitze des DIE, seine Nachfolge dort übernimmt bis auf Weiteres Imme Scholz, die das Institut bisher stellvertretend geleitet hat.

An seinem neuen Posten reize ihn das internationale Netzwerk an Forschungseinrichtungen, das hinter der UN-Universität stehe, sagt Messner. Das Institut für Umwelt und menschliche Sicherheit (EHS) befasst sich mit Risiken für Mensch und Gesellschaft als Folge von Umweltveränderungen und forscht zu Strategien der Bewältigung und Anpassung. Ein Schwerpunkt, den Messner im EHS neu setzen will, sind die Chancen und die Gefahren der Digitalisierung und der künstlichen Intelligenz für eine nachhaltige Entwicklung.

Auf seine 15 Jahre als Direktor des DIE zurückblickend sagt Messner, als Erfolg werte er, dass das Institut in dieser Zeit stark gewachsen sei – von gut 20 auf fast 100 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler –, dass es stärker international ausgerichtet sei und dass es in Politik und Öffentlichkeit national und international deutlich sichtbarer geworden sei: „Das Deutsche Institut für Entwicklungspolitik ist heute eines der wichtigsten entwicklungspolitischen Forschungs- und Beratungsinstitute weltweit.“ Die Internationalisierung könne noch stärker werden, sagt Messner, etwa mit Blick auf die Herkunft der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen und auf die Zusammenarbeit mit Instituten im Süden. Ziel müsse sein, dass nicht nur Deutsche über Afrika forschen, sondern die Afrikaner selbst.

Seine Motivation, in Zeiten von zunehmendem Populismus, Nationalismus und sich ausbreitender Wissenschaftsfeindlichkeit weiter zu Fragen nachhaltiger globaler Entwicklung zu arbeiten, zieht Messner daraus, dass es gleichzeitig wichtige Fortschritte gebe, etwa beim Übergang zu erneuerbaren Energien weltweit. „Man muss dranbleiben“, sagt Messner, „auch wenn man manchmal das Gefühl hat, auf der Stelle zu treten.“

Friedrich-Ebert-Stiftung

Katia Schnellecke leitet seit September die FES-Vertretung für Syrien mit Sitz in Beirut. Sie folgt auf Ariela Gross, die jetzt in Deutschland für die Stiftung tätig ist. Friederike Stolleis ist die neue Leiterin des FES-Büros für Algerien mit Sitz in Tunis. Sie folgt auf Emil Lieser, der in den Ruhestand geht.

KfW Entwicklungsbank

Stefan Breuer, bisher Leiter des Bereichs Interne Revision, ist seit Oktober in der Entwicklungsbank tätig und leitet den Bereich Non Financial Risks in der Finanziellen Zusammenarbeit. Vibeke Christensen und Carolyn Neufeld leiten seit September das Team „Vergabe-, Vertrags- und Kreditmanagement“ in der Abteilung „Südasien“ im Länderbereich „Europa/Asien“. Christensen war zuletzt Länderbeauftragte Team Südasien, Neufeld Projektmanagerin im Team „Wirtschaft und Stabilisierung“ in der Abteilung Nahost.

Folgende KfW-Büros im Ausland wurden mit neuen Leitungen besetzt: Cotonou (Benin) mit Günter Roos; Brasilia (Brasilien) mit Martin Schröder; Tegucigalpa (Honduras) mit Jan Stilke; Vientianne (Laos) mit Jan Wiegelmann; Maputo (Mosambik) mit Julia Crause;  Daressalam (Tansania) mit Annika Calov; Duschanbe (Tadschikistan) mit Andreas Schneider; Hanoi (Viet­nam) mit Simone Wunsch.

UN-Menschenrechtskommissariat

Die frühere Präsidentin von Chile Michelle Bachelet ist seit September die neue Menschenrechtskommissarin der Vereinten Nationen. Sie folgt auf den Jordanier Zeid Al Hussein, der seit 2014 auf diesem Posten war.

UN-Menschenrechtsausschuss

Der deutsche Völkerrechtler Andreas Zimmermann wurde in den 18-köpfigen Menschenrechtsausschuss der Vereinten Nationen gewählt. Zimmermann lehrt Öffentliches Recht an der Universität Potsdam und hat langjährige Erfahrung. in der völkerrechtlichen Beratung auf internationaler Ebene. Der UN-Menschenrechtsausschuss wacht über die Einhaltung des Internationalen Pakts über bürgerliche und politische Rechte.

erschienen in Ausgabe 10 / 2018: Privates Geld gesucht

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