Kindernothilfe
Kindernothilfe

„Erfolgreiches Jahr“ trotz Spendenrückgangs

Die Kindernothilfe (KNH) verzeichnet für 2018 einen Ertragsrückgang von rund zwölf Prozent. Da das Hilfswerk bei den Aufwendungen gespart hat, kann es ein positives Jahresergebnis aufweisen.

Insgesamt lagen die Spenden, Erbschaften und sonstigen Zuwendungen bei 60 Millionen Euro (2017: 68,1 Mio). Dieser Rückgang kam nicht überraschend, denn im Jahr 2017 hatte die KNH ungewöhnlich viele Erbschaften in einer Gesamthöhe von knapp 5 Millionen Euro bekommen. Dieser Betrag hat sich 2018 halbiert. Auch die Spenden für humanitäre Hilfe, die bei den Gesamterträgen gut 4 Prozent ausmachen, sind um 3,6 Millionen auf knapp 2,6 Millionen Euro gesunken. Einen Großteil der Spendenerträge (57 Prozent) machen bei der KNH die Patenschaften aus. Als positiv bezeichnet das Werk für Kinderrechte, dass die öffentlichen Zuwendungen wie zum Beispiel vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung 2018 weiter gewachsen sind. Sie machen knapp zehn Prozent der Gesamterträge aus (5,8 Mio).

Da die KNH 2018 gleichzeitig die Aufwendungen um rund 3 Prozent zurückgefahren hat, kann das Werk ein positives Jahresergebnis von mehr als 2,2 Millionen Euro aufweisen. Mit 48 Millionen Euro lagen die Ausgaben für Programme 2018 um 1,4 Millionen Euro unter denen des Vorjahres. Dies hängt vor allem damit zusammen, dass aufgrund des Spendenrückgangs für humanitäre Hilfe in diesem Bereich auch weniger Projekte umgesetzt werden konnten. Den Anteil für Werbung und Verwaltung an den Aufwendungen weist die KNH mit 17,3 Prozent aus.

Bei der Bilanzpressekonferenz bezeichnete KNH-Vorstandsvorsitzende Katrin Weidemann das Jahr 2018 als insgesamt erfolgreich. „Wir haben durch die Unterstützung von mehr als 200.000 Spenderinnen und Spendern viel bewirkt. Dabei vergessen wir nicht, dass tagtäglich Millionen Kinder Gewalt und Missbrauch erfahren und keine Chance auf angemessene Bildung und ausreichend Schutz haben. Das werden wir niemals einfach akzeptieren“, sagte Weidemann Ende Mai in Duisburg, dem Sitz des Werkes.

Die Kindernothilfe unterstützt weltweit mehr als 600 Projekte in 32 Ländern und setzt vor allem auf Bildung, Schutz vor Gewalt, den Kampf gegen ausbeuterische Kinderarbeit und die Teilhabe von Mädchen und Jungen an gesellschaftlichen Prozessen. Die Arbeit wird zu mehr als 84 Prozent durch Paten und Spender ermöglicht.
 

erschienen in Ausgabe 7 / 2019: Multilaterale Politik: Zank auf der Weltbühne

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