Frankreich und Afrika
Stabilität zuerst: Ein Soldat der französischen Barkhane-Mission patroulliert 2017 in Mali.
Frankreich und Afrika

Der Ordnungshüter aus Paris

Frankreich hat seine früheren Kolonien in Afrika eng an sich gebunden – nicht zuletzt, indem es manchen Herrscher dort an der Macht hielt. Stabilität hat Vorrang, und immer noch schickt Paris dafür gern Soldaten.

Unter den früheren europäischen Kolonialmächten in Afrika ist Frankreich die einzige, die bis heute eng mit ihren ehemaligen Kolonien verbunden ist. Zuletzt hat sich das deutlich bei der Operation Barkhane gezeigt: An dieser groß angelegten Militäroperation sind etwa 4500 französische Soldaten im Gebiet von Mauretanien, Mali, dem Niger, dem Tschad und Burkina Faso beteiligt. Ihr Auftrag lautet, islamistische Terrorgruppen zu bekämpfen und deren weitere Ausbreitung zu verhindern. Aber Barkhane steht auch in der langen Tradition Frankreichs, die herrschende politische Ordnung in afrikanischen Ländern militärisch abzustützen. Warum engagiert sich Frankreich dort nach wie vor so stark? Was sind heute die Motive der französischen Afrikapolitik?

Ihre Wurzeln liegen in der Zeit der Dekolonialisierung und in den geopolitischen Ambitionen Frankreichs in den späten 1950er und 1960er Jahren. Damals wurden jene politischen, militärischen und wirtschaftlichen Bindungen zu zeitweise über einem Dutzend afrikanischer Staaten geschaffen, die bis heute fortwirken.

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erschienen in Ausgabe 9 / 2019: Mission und Macht

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