Horn von Afrika
Freude über das politische Tauwetter (oben): Im Juli 2018 ist in Eritrea der erste ­Linienflug ausÄthiopien seit zwanzig Jahren gelandet.
Horn von Afrika

Frühlingsgefühle in der Krisenregion

Jahrzehntelang kamen vor allem schlechte Nachrichten vom Horn von Afrika:Hunger, Terror und Krieg. Bis in Äthiopien ein neuer Ministerpräsident das Ruder übernahm und im Sudan eine Protestbewegung den Diktator zu Fall brachte.

Mit dem Amtsantritt von Ministerpräsident Abiy Ahmed in Äthiopien im April 2018 hat am Horn von Afrika eine neue Ära begonnen. Seitdem haben sich die Beziehungen des Landes zu seinen Nachbarn spürbar verbessert. Das gilt besonders für das Verhältnis zu Eritrea, das nach einem blutigen Grenzkrieg in den Jahren 1998 bis 2000, der Hunderttausende auf beiden Seiten das Leben kostete, sehr angespannt war. Abiy Ahmeds Einsatz für Frieden in der Region hat ihm den Friedensnobelpreis 2019 eingetragen.

Günstig auf die Lage am Horn wirkt sich auch aus, dass Eritrea bemüht ist, seine Differenzen mit Dschibuti beizulegen, und wieder diplomatische Beziehungen zu Somalia aufgenommen hat. Somalia, Eritrea und Äthiopien haben inzwischen ein Dreierforum gegründet, um in Sicherheits- und Wirtschaftsfragen zusammenzuarbeiten. Gleichzeitig bauen die Länder am Horn von Afrika ihre Beziehungen zu den von Saudi-Arabien geführten Golfstaaten und zu Ägypten aus, was allerdings auf Kosten traditioneller Partner wie dem Iran und Katar geht.

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erschienen in Ausgabe 11 / 2019: Aufbruch am Horn von Afrika

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