Wertschöpfung
Wertschöpfung

Die Welt der Lieferketten

Was steckt hinter Lieferketten, welche Chancen entstehen dadurch für Entwicklungsländer und wo werden besonders viele Arbeitsplätze geschaffen? Um diese und weitere Fragen geht es in diesem Text.

###bild-1-37###Als Apple vor gut 35 Jahren seine ersten Macintosh-Heimcomputer auf den Markt brachte, kamen die Geräte noch vom Fließband aus dem Silicon Valley. Apple-Chef Steve Jobs hatte für die Produktion extra eine hochmoderne Fabrik in Fremont, Kalifornien, bauen lassen, direkt gegenüber dem Firmensitz von Apple. Das ist Geschichte. Die Einzelteile des iPhone, Apples Kassenschlager von heute, werden in mehreren Ländern, vor allem in Asien, gefertigt und dann in einer gigantischen Fabrik in China mit 350.000 Arbeiterinnen und Arbeitern zum fertigen Gerät zusammengesetzt. Die Firma Apple kümmert sich vor allem um das Aussehen der Geräte, die Vermarktung und die Software. „Designed by Apple in California. Assembled in China“ steht heute auf den iPhone-Packungen: Willkommen in der Welt globalisierter Lieferketten.

Was Steve Jobs ursprünglich im Sinn hatte, nennen Fachleute „vertikale Integration“: Die Herstellung eines Produkts findet in diesem Fall mehr oder weniger vollständig in einem Land oder einer Firma statt. Das iPhone hingegen wird heute in „vertikaler Spezialisierung“ gebaut: Das Gerät wird von vielen Unternehmen, die jeweils spezielle Produktionsschritte übernehmen, in verschiedenen Ländern hergestellt und am Ende dieser Lieferkette von Apple verkauft. Diese Form der internationalen Arbeitsteilung hat insbesondere seit Ende der 1980er Jahre in vielen Branchen enorm zugenommen, außer in der Elektronik- und Textilindustrie zum Beispiel auch in der Automobilproduktion.

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erschienen in Ausgabe 3 / 2020: Schuften für den Weltmarkt

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