Nachhaltigkeitsziele
Nachhaltigkeitsziele

Daten können auch irreführen

Fachleute verwenden viel Mühe auf bessere Daten für die Überprüfung der Nachhaltigkeitsziele. Das lenkt in vielen Fällen von der viel wichtigeren Frage ab, was überhaupt gemessen wird und was im Dunkeln bleibt.

Die deutsche Zivilgesellschaft hat bei der Umsetzung der Agenda 2030 und der Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) eine wichtige Rolle: Ihre Mitglieder, zum Beispiel Umweltverbände, Entwicklungsorganisationen, Gewerkschaften und ihre Dachverbände, verfolgen die Fortschritte und machen Lärm, wenn die Regierung ihre Ziele in Sachen nachhaltige Entwicklung nicht erreicht. Doch was tun, wenn die Regierung sorgfältig Daten sammelt und veröffentlicht, wenn sie statistisch nachweisbare Fortschritte verzeichnet – und trotzdem von Nachhaltigkeitspolitik kaum eine Spur zu sehen ist?

Die internationale Diskussion um das SDG-Monitoring dreht sich oft um datentechnische Probleme. Sind Statistikämter ausreichend ausgestattet? Werden Daten richtig erhoben und analysiert? Sind sie differenziert („desaggregiert“) und aussagekräftig („valide“)? Viel heikler als diese Methodendebatte und entscheidend für die politische Arbeit ist jedoch die Frage, was welche Indikatoren eigentlich messen. Beschreibt die Bundesregierung mit den Indikatoren und Zielen in ihrem Umsetzungsprogramm zur Agenda 2030, also in der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie (DNS), überhaupt „Nachhaltigkeit“? Das ist keine neutrale Frage, die nach einer technischen

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erschienen in Ausgabe 7 / 2020: Der Plan für die Zukunft?

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