Personalia
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Wer, was, wo?

Zoff um brasilianischen Autor der Deutschen Welle, ein neues Vorstandsmitglied bei der GIZ: Unsere Personalmeldungen im September.

João Paulo Cuenca. Ulf Andersen/Getty Images
Die Deutsche Welle hat ihre Zusammenarbeit mit dem brasilianischen Journalisten und Autor João Paulo Cuenca beendet, nachdem dieser auf Twitter den brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro scharf kritisiert und – in Abwandlung eines Zitats eines französischen Religionskritikers aus dem 18. Jahrhundert – geschrieben hatte: „Der Brasilianer wird erst frei sein, wenn der letzte Bolsonaro an den Gedärmen des letzten Pastors der Igreja Universal gehängt worden ist.“ Der Satz bezieht sich auf die evangelikale Massenbewegung Igreja Universal do Reino de Deus, die Bolsonaro stark unterstützt. 

Cuenca, der in Brasilien unter anderem für das investigative Magazin „The Intercept“ schreibt, hat für die Deutsche Welle regelmäßig eine Kolumne verfasst. Diese Zusammenarbeit hat die Deutsche Welle nun beendet und das damit begründet, Cuencas Tweet sei eine „Hassrede“, stachele zu Gewalt auf und verstoße somit gegen ihre Werte. Laut dem Lateinamerikaportal „amerika21“ begrüßten ultrarechte Anhänger von Bolsonaro die Kündigung. Der Kongressabgeordnete und Sohn des Präsidenten, Eduardo Bolsonaro, beglückwünschte den Sender auf Twitter zu seiner Entscheidung. Cuenca indes will laut „amerika21“ gegen den Vorwurf der Hassrede klagen.

Frühere ZDF-Redakteurin an der Spitze von CAMECO

Michaela Pilters.Privat
Die Journalistin Michaela Pilters ist die neue Präsidentin des Catholic Media Council (CAMECO) in Aachen. Die 67-Jährige folgt auf Théo Péporté, der das Ehrenamt sechs Jahre innehatte. Pilters hat von 1985 bis zu ihrem Ruhestand 2018 die Redaktion „Kirche und Leben, kath.“ des ZDF geleitet; davor war sie unter anderem beim Hessischen Rundfunk und bei der Katholischen Nachrichtenagentur tätig. CAMECO unterstützt Medien und Journalisten in Afrika, Asien und Lateinamerika und berät andere Geber in ihrer entwicklungspolitischen Medienarbeit.

Der Blick ins außereuropäische Ausland sei ihr immer wichtig gewesen, sagt Pilters; vor allem die Rolle der Kirchen in Ländern des Südens habe sie interessiert. Es sei aber zunehmend schwer geworden, solche Themen ins Fernsehen zu bekommen; Voraussetzung dafür sei heute, dass ein Bezug zu Deutschland hergestellt werden könne. Die Arbeit von CAMECO dient aus Sicht von Pilters auch dazu, die Perspektive des globalen Südens sicht-und hörbarer zu machen. „Medien und Kommunikation sollten dafür genutzt werden, dem globalen Süden eine Stimme zu geben“, sagt Pilters. Mit CAMECO will sie dazu beitragen, dass zusammen mit den Partnern im globalen Süden stärker strategisch an diesem Ziel gearbeitet wird. Inhaltlich sieht Pilters zwischen CAMECO und nicht kirchlichen Initiativen zur Medienförderung keine großen Unterschiede. Es sei aber gut, dass kirchliche Medien im globalen Süden wüssten, dass sie in CAMECO einen Ansprechpartner haben, der ihre Situation gut kennnt.

Rosa-Luxemburg-Stiftung 

Der Journalist Markus Bickel leitet ab September das Israelbüro der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Tel Aviv. Er folgt auf Tsafrir Cohen, der das Büro seit 2015 geleitet hat. Bickel war zuletzt Chefredakteur des „Amnesty Journals“ in Berlin. Davor hat er unter anderem als freier Journalist in Beirut und als Nahost-Korrespondent für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ in Kairo gelebt und gearbeitet.

Kommissariat der deutschen Bischöfe

Der Jurist Robert Wessels ist neuer stellvertretender Leiter des Katholischen Büros in Berlin, auch Kommissariat der deutschen Bischöfe genannt. Das Büro ist die Verbindungsstelle der Deutschen Bischofskonferenz zur Bundesregierung und zu den Parteien. Es wird seit dem Jahr 2000 von Prälat Karl Jüsten geleitet. Wessels ist ebenfalls seit 20 Jahren in dem Büro tätig.

Bundesverdienstkreuz für Bettina Rühl

Die Afrikajournalistin Bettina Rühl ist für ihre langjährige Berichterstattung von dem Kontinent mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden. Außenminister Heiko Maas hatte die 54-Jährige aufgrund ihrer…

Evangelisches Werk für Diakonie und Entwicklung

Cornelia Füllkrug-Weitzel, die Präsidentin von Brot für die Welt, hat im Juli turnusgemäß den Vorsitz des Evangelischen Werks für Diakonie und Entwicklung (EWDE) übernommen. Sie übernimmt die Position von Ulrich Lilie, dem Präsidenten der Diakonie Deutschland. Der EWDE-Vorsitz wechselt alle drei Jahre zwischen dem Präsidenten der Diakonie und der Präsidentin von Brot für die Welt.

KfW Entwicklungsbank

Claudia Arce leitet seit Juli die Abteilung Lateinamerika und Karibik im Bereich Grundsätze Lateinamerika. Im selben Bereich und ebenfalls seit Juli leitet André Ahlert die Abteilung Strategie und Instrumente. Neu eingerichtet im Bereich Grundsätze Lateinamerika wurde die Abteilung Digitalisierung, Innovation und Kommunikation. Sie wird von Arlina Elmiger geleitet.

Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit

Ingrid-Gabriela Hoven wird im Oktober neues Vorstandsmitglied der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ). Damit ist der dreiköpfige GIZ-Vorstand mit Sprecherin Tanja Gönner und Arbeitsdirektor Thorsten Schäfer-Gümbel wieder komplett. Hoven, die auf das langjährige Vorstandsmitglied Christoph Beier folgt, arbeitet seit mehr als 30 Jahren in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit. Seit 2014 leitet sie im Bundesentwicklungsministerium die Abteilung Globale Zukunftsaufgaben. Davor war sie vier Jahre lang deutsche Exekutivdirektorin bei der Weltbank.

erschienen in Ausgabe 9 / 2020: Die wahre Macht im Staat?

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