Gesellschaft

Viele indische Museen haben Briten gegründet; das frühere Prince of Wales Museum in Mumbai ist inzwischen nach dem Gründer des Maharadscha-Reiches, Chhatrapati Shivaji, umbenannt.

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Wie Inder auf die Kolonialzeit blicken

Rechtssystem, Kastenwesen, Bildung oder Kultur: Überall hat die britische Kolonialherrschaft in Indien tiefe Spuren hinterlassen. Mit den dadurch vertieften sozialen Gegensätzen kämpft das Land bis heute.

Ein bekanntes Sprichwort in Indien lautet: „Die Engländer sind gegangen, aber sie haben uns die englische Kultur dagelassen.“ Es hat auch heute, 73 Jahre nach der Unabhängigkeit, noch seine Gültigkeit – die Nachwirkungen der Kolonialzeit sind im indischen Alltag allgegenwärtig. Angesichts der herausragenden Rolle, die die Briten über Jahrhunderte in Indien gespielt haben, ist das nicht verwunderlich. Sie kamen zunächst unter der Flagge der East India Company, einer privaten Gesellschaft, die im 17. Jahrhundert die Menschen und das Land auszuplündern begann. Die Kompanie wuchs zu einer bedeutenden politischen Macht heran, bis sie 1858 ihre Befugnisse an die britische Krone übertrug. Nach vielen Jahren des Protests gegen die Kolonialbesetzung endete die britische Herrschaft schließlich 1947.

Die Kolonialzeit hat in Indien in vielen Bereichen tiefe Spuren hinterlassen. Die technikaffine jüngere Generation ist dem Fortschritt zugewandt, muss sich aber zugleich damit auseinandersetzen, dass Jahrhunderte der kolonialen Beeinflussung Indiens eigene Hierarchien im Patriarchat, im Kastensystem und in der Klassengesellschaft verschärft haben.

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erschienen in Ausgabe 11 / 2020: Erbe des Kolonialismus

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