Steigender Meeresspiegel
klimawandel_insel_flut_Überschwemmung.jpgDieser Junge steht nach der großen Flut im September 2015 auf einem schmalen Landstreifen mit dem Haus seiner Familie in South Tarawa. Die meisten Häuser der Siedlung wurden überschwemmt.

LightRocket via Getty Images/Jonas Gratzer

Steigender Meeresspiegel

Fliehen oder dem Meer standhalten?

Lange Zeit plante die Regierung der Pazifikrepublik Kiribati, ihre Bevölkerung wegen des steigenden Meeresspiegels umzusiedeln. Der neue Präsident hält davon nichts. Er will die Inseln erhöhen.

Die Fläche, über die sich die 32 Inseln und Atolle der Republik Kiribati erstrecken, ist so groß wie die der Vereinigten Staaten von Amerika. Anders als die USA könnte die Inselrepublik im Pazifik aber nach Einschätzung einiger Wissenschaftler in wenigen Jahrzehnten schon nicht mehr bewohnbar sein. Denn an ihrem höchsten Punkt liegt sie nur etwa drei Meter über dem Meeresspiegel, und der steigt. 

Vor fünf Jahren hat der damalige Präsident von Kiribati, Anote Tong, für sein Land einen Plan der „Auswanderung in Würde“ entworfen. Er erwarb 20 Quadratkilometer Boden auf den südpazifischen Fidschi-Inseln, um dort im Ernstfall 115.000 Menschen aus Kiribati auf höherem Grund ansiedeln zu können. „Wenn es zur Katastrophe kommt, braucht mein Volk einen sicheren Zufluchtsort“, sagte Tong. „Ich strebe nach Auswanderung in Würde, wir wollen keine ‚Klimaflüchtlinge‘ sein – ein Ausdruck, der nicht genauer definiert ist und keinen Status im internationalen Rechtssystem beschreibt.“ Bis heute allerdings sind nur wenige Menschen tatsächlich umgezogen.

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erschienen in Ausgabe 12 / 2020: Auf die Heißzeit vorbereiten

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